Mehr als 20 Jahre: Hartmut Ziehm startet in neue Freibad-Saison

Rettungsschwimmer sucht junge Kollegen

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Hartmut Ziehm deckt die Aufsicht im Waldschwimmbad Dobberkau/Möllenbeck fast alleine ab.

Dobberkau/Möllenbeck. Das Waldschwimmbad Dobberkau/Möllenbeck startet am Samstag, 11. Juni, um 13 Uhr in die neue Saison – wegen Arbeiten etwas später als sonst.

Wie schon im vergangenen Jahr wird Rettungsschwimmer Hartmut Ziehm dann auch wieder den Großteil der Badeaufsicht alleine abdecken müssen – es gebe in der Region zu wenig junge Rettungsschwimmer.

Ziehm, der seit Mitte der 1990er-Jahre ehrenamtlich im Waldschwimmbad arbeitet und Vorsitzender des Ortsvereins des DRK-Kreisverbandes Östliche Altmark ist, kann zurzeit nur auf eingeschränkte Hilfe aus Dobberkau zählen. Um den Badebetrieb voll abzudecken, ist er deshalb wöchentlich 60 bis 70 Stunden vor Ort. Das mache ihm allerdings nicht viel aus, denn der Rentner mit Wohnsitz in Arneburg sieht das Ganze als Hobby. Für die Sommerferien habe zudem ein junger Mann aus Magdeburg seine Unterstützung angekündigt.

Dass es dieses Nachwuchsproblem überhaupt gibt, verwundert Ziehm ein wenig, denn ein Rettungsschwimmer-Schein werde für einige Berufe benötigt und das Anforderungsprofil sei nicht schwer zu erfüllen. Man müsse lediglich volljährig sein, eine Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert und die Rettungsschwimmer-Stufe in „Silber“ – das kleine Einmaleins – abgelegt haben.

Das Waldschwimmbad sei besonders für junge Rettungsschwimmer geeignet, denn es ist nur zwei Meter tief, man sei auf sich alleine gestellt und könne dort leicht praktische Erfahrungen sammeln. Die Aufgaben bestehen darin, auf Sicherheit und Sauberkeit zu achten, Besucher auf das richtige Verhalten hinzuweisen und im Notfall erste Hilfe zu leisten. Für seine Arbeit erhält man eine Aufwandsentschädigung und Fahrtgeld.

Abgesehen von ihrer Tätigkeit in Schwimmbädern werden Rettungsschwimmer auch beispielsweise bei Sportveranstaltungen wie Triathlon eingesetzt. Ihre Eignung müssen sie alle zwei Jahren in Form eines Tätigkeitsnachweises erbringen. Das sei erst vor kurzem einem jungen Mann zum Verhängnis geworden, der sich beworben hatte, dessen Nachweis allerdings aus dem Jahr 2009 gewesen sei.

Wer Interesse hat, sich zum Rettungsschwimmer ausbilden zu lassen oder gerne im Waldschwimmbad arbeiten möchte, der kann sich an den Wasserverband Stendal-Osterburg wenden.

Von Niels Troelenberg

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