21-jährige Ulrike Peters fühlt sich in der Landwirtschaft wohl

Meßdorf: Kleine Frau lenkt 400-PS-Schlepper

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Die 21-jährige Ulrike Peters aus Neuferchau bewegt für ein Meßdorfer Unternehmen tonnenschwere Fahrzeuge über Feld und Flur. Wenn es nach ihr geht, sitzt sie auch bald hinter dem Steuer eines Häckslers oder gar eines Mähdreschers.

Meßdorf. Seit Februar diesen Jahres tauscht die 21-jährige Ulrike Peters jeden Morgen ihren Kleinwagen gegen einen klimatisierten Arbeitsplatz mit Ausblick ein.

Doch die junge Frau sitzt nicht etwa in einem Büro, sondern sie bewegt als einzige Maschinenführerin in einem Meßdorfer Lohnunternehmen tonnenschwere Schlepper und Agrotrucks über Feld und Flur.

Ihre erste Begegnungen mit den großen Maschinen hatte Peters schon in ihrer Kindheit. Mit sieben oder acht Jahren saß sie das erste Mal auf einem Traktor. Bei einem Praktikum in einem landwirtschaftlichen Betrieb vor sechs Jahren durfte sie dann das erste Mal selbst fahren. „Da haben wir neue Weidezäune zurückgebaut“, erinnert sie sich. Nach diesem Praktikum hat die junge Frau aus Neuferchau ihre Ausbildung zur Landwirtin absolviert und kam dabei auch nicht an den Landwirtschaftsmaschinen vorbei.

Dass es jedoch noch viel mehr als nur Traktoren gibt, hat sie vor einem Jahr bei ihrem ersten Praktikum im Meßdorfer Lohnunternehmen festgestellt. Seither hat sie der Gedanke an die großen Maschinen nicht mehr losgelassen. Aus der Praktikantin und Aushilfe ist nun eine angestellte Maschinenführerin geworden. Mit bis zu 32 Sachen fährt sie mit den großen Schleppern übers Feld und kann davon nicht genug bekommen. „Andere lackieren sich die Fingernägel, ich bin mit Leib und Seele in der Landwirtschaft“, sagt Peters.

Nach Agrotruck und 400-PS-Schlepper strebt sie schon nach neuen Herausforderungen und liebäugelt damit, bald hinter dem Steuer eines Häckslers oder gar eines Mähdreschers zu sitzen. „Vielleicht bekomme ich in dieser Saison die Chance als Aushilfsfahrer und kann zumindest bei kleineren Kunden die Ernte einfahren“, hofft die 21-Jährige. Im Team hat zwar jeder seine Stammaufgabe, doch Flexibilität wird auch hier groß geschrieben.

Für Geschäftsführer Michael Metzger ist die junge Frau ein echter Gewinn. Er spürt ihre Begeisterung für den Job: „Sie steht unseren Jungs und Männern in nichts nach und kommt jeden Tag mit einem Strahlen zur Arbeit.“ Wenn sich die junge Frau weiter bewährt sieht er auch keine Schwierigkeiten, dass sie irgendwann auch größere Maschinen bedienen kann.

Um einen Schlepper oder auch den auf 60 Stundenkilometer gedrosselten Agrotruck steuern zu dürfen, genügt übrigens ein T-Schein. Auch selbstfahrende Arbeitsmaschinen wie Mähdrescher, Häcksler oder selbstfahrende Futtermischwagen können damit bis zu einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern gefahren werden.

Wer sich für große Maschinen interessiert und schon immer in der Landwirtschaft arbeiten wollte, kann sich unter www.karriere-landwirschaft.de informieren.

Von Niels Troelenberg

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