Cont-Trans führt das Problem vermeintlich fehlender Gelber Tonnen auf eklatante Fehlwürfe zurück

Illegaler Müll in der Natur nimmt zu

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Der illegal im Wald entsorgte Müll ist für Hubertus von Rundstedt ein großes Ärgernis. Er kennt etliche dieser Müllplätze und versucht, die Verursachern durch verstärkte Kontrollen auf frischer Tat zu erwischen.

Schönfeld. Vielen Bürgern ist beim Autofahren, Spazierengehen oder Joggen bereits aufgefallen, dass die Vermüllung an Straßen, Wald- und Feldwegen seit der Umstellung vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne zugenommen hat.

Diese illegale Müllentsorgung in der Natur auf den veränderten Entleerungszyklus – die Gelben Tonnen werden nur alle vier Wochen abgeholt, die Gelben Säcke wurden es alle 14 Tage – zurückzuführen, ist für Cont-Trans falsch.

Landwirt Hubertus von Rundstedt hat schon den unterschiedlichsten Müll in seinen Wäldern gefunden: Plastikschüsseln und -eimer, Reste von Fußbodenbelägen, Schlachtabfälle und eben auch Gelbe Säcke. Er hat sogar schon Tiere an Müll verenden sehen. Er führt die illegale Müllentsorgung einerseits auf die Dreistigkeit der Bürger, aber eben auch auf den veränderten Entleerungszyklus zurück.

Thomas Winter, Projektleiter für Leichtverpackungen bei Cont-Trans, weiß, was in den meisten Fällen das wahre Problem ist. Es seien die eklatanten Fehlwürfe. Winter sagt: Der normale Konsument hat mit der Gelben Tonne ausreichend Platz für die anfallenden Verpackungen. Wenn früher nur ein falsch befüllter Gelber Sack stehen geblieben ist, so bleibt heute die ganze Tonne stehen. Wer eine oder mehrere weitere Gelbe Tonnen benötigt, kann diese jederzeit bei Cont-Trans beantragen. Dann werde die Notwendigkeit vor Ort geprüft und dokumentiert. In den meisten Fällen stellt sich aber heraus, dass ein Großteil des in die Gelbe Tonne geworfenen Mülls entweder in die Bio- oder die Restmülltonne gehört, weiß Winter.

Fehlwürfe oder illegal entsorgter Müll verursache hohe Kosten für die Allgemeinheit. Die Bürger müssten sich richtig darüber informieren, welcher Müll in welche Tonne gehört. Viele Arten von Müll gehören auch gar nicht in die Tonne, sondern müssen auf dem Wertstoffhof entsorgt werden, der in Stendal wochentags von 7.30 bis 17 Uhr geöffnet hat.

Theoretisch besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Gelbe Tonne nach Ablauf der Vertragslaufzeit Ende 2017 durch die Wertstofftonne ersetzen zu lassen. Damit dies geschieht, müssten sich die Bürger bei den Politikern dafür stark machen. Auch wenn der Einwurf bei der Wertstofftonne einfacher wäre, würde die Bereitstellung höhere Kosten verursachen.

Wie die Geschichte in Zukunft auch weiter läuft – Hubertus von Rundstedt hilft das momentan nicht. Er hat seine Mitarbeiter angehalten, verstärkt auf Fahrzeuge im Wald zu achten. Außerdem werden seine Mitarbeiter und er weiterhin unerbittlich nächtliche Kontrollen fahren, bis die illegale Entsorgung aufhört oder die Täter gefasst sind.

Von Niels Troelenberg

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