Die Döllnitzer haben´s geschafft / Aktivitäten in Poritz und Berkau

Trafohaus bleibt: Nistmöglichkeiten für Vögel oder Fledermäuse

mb Döllnitz. Wenn man sich von einer fixen Idee anstecken lässt und dann auch noch gute und schnelle Kontakte hat, kann man auch auf dem Dorf etwas erreichen, das für die Nachwelt erhaltenswert ist. So ist es jetzt in Döllnitz geschehen.

Dort haben Ingrid Langejürgen und viele weitere Einwohner es geschafft, das alte Trafohaus am unteren Dorfende zu erhalten und vor dem Abriss zu retten.

„Es gehört hierher wie die Kirche zum Dorf und ist in Döllnitz auch ein kleines Wahrzeichen“, sagt Bismarks Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Verena Schlüsselburg. Nachdem die Avacon im vergangenen Jahr eine neue Trafostation in Döllnitz gebaut hatte, gab es für den Backsteinbau, der wohl noch aus Kaisers Zeiten stammt, keine Verwendung mehr. Er war überflüssig und sollte dem Erdboden gleich gemacht werden. Diese Nachricht ging wie ein Lauffeuer durchs Dorf und die Döllnitzer informierten die Verwaltung über das Vorhaben der Avacon. Verena Schlüsselburg zog schnell einige Fäden und setzte sich mit der Avacon in Verbindung. Prompt kam von dort zurück, dass man keine Einwände gegen die Übernahme des Gebäudes durch die Einheitsgemeinde habe. Auch im Stadtrat wurde das Thema besprochen und der Rat gab seinen Segen zu dem Vorhaben.

Seit einigen Tagen ist die Einheitsgemeinde Bismark Eigentümerin des Gebäudes und weil alles so reibungslos über die Bühne ging, verzichtete die Avacon auf den symbolischen Euro, betonte Verena Schlüsselburg bei der kleinen festlichen Inbesitznahme.

Das Bauwerk in Döllnitz ist nicht das einzige Haus, das es noch zu retten gilt. Auch in Poritz und Berkau will man die Bauwerke erhalten. Dazu müssen Stadtrat und Ortschaftsräte noch zustimmen.

Die Döllnitzer vermuten, dass das Trafohaus bereits aus den Anfängen der Elektrifizierung der Altmark, diese begann um 1910/1913, stammt. Über die künftige Nutzung gibt es Vorstellungen: Möglich wäre, die Fenster zu öffnen, um Vögeln oder Fledermäusen Nistmöglichkeiten zu bieten. Mitarbeiter der Beetzendorfer Arbeitsförderungsgesellschaft „Umwelt- und Landschaftssanierung Altmark“ machten in den vergangenen Wochen das Areal wieder urbar. Vor dem Turm befindet sich eine Sitzgruppe, die zum Verweilen einlädt. Ingrid Langejürgen könnte sich, wie sie sagte, noch ein schönes Bild an der Fassade vorstellen.

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