Sechs neue Betriebe geplant: Stadtrat soll entscheiden / Bürger können sich später äußern

Biogasanlagenbau boomt in Bismark

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Mit Hilfe sehr kleiner Lebewesen erzeugen Biogasanlagen unter Zugabe von Substrat Energie. Dabei kann es zu Geruchsbelästigung kommen, wobei auch die Richtung des Windes eine bedeutende Rolle spielt.

Bismark. Auch nach Anwohner-Protesten wegen befürchteter Geruchsbelästigungen, wie zuletzt im Ortsteil Hohenwulsch, stehen Biogasanlagen auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde noch immer weit oben auf der Investitionsliste vieler Unternehmer und Landwirte.

So sollen die Mitglieder des Bismarker Ausschusses für Bau, Wirtschafts-, Tourismus- und Sportförderung am kommenden Montag, 29. August, für immerhin sechs Biomasse-Vergärungsbetriebe die Hand heben. Einen Tag danach liegen die Papiere dann auf dem Tisch des Bismarker Hauptausschusses, der am Dienstag, 30. August, 18 Uhr, im Bismarker Bürgerhaus tagt.

Geplant sind laut Tagesordnung insgesamt sechs neue Fabriken zur Strom- und Wärmeerzeugung mit den Mitteln der mikrobiellen Umwandlung von Gülle, Mais-, Getreide- und Grassilage. Es handelt sich um die Orte Belkau, Garlipp, Schäplitz, Berkau, Meßdorf und Späningen. Bei den Vorhaben in Belkau und Garlipp sind den Planungsunterlagen zufolge Erweiterungsinvestitionen vorgesehen, weshalb die Standortbezeichnung je die römische Ziffer Zwei als Zusatz trägt.

Und bis auf die im Ort Berkau geplante Anlage sollen alle Vorhaben der Tagesordnung zufolge nach Beschluss durch den Bismarker Stadtrat öffentlich ausgelegt werden. Dann haben die Bürger das Wort und die Gelegenheit, ihre mögliche Kritik an den einzelnen Neubauvorhaben zu Protokoll zu geben.

In der Ortschaft Hohenwulsch war es im Mai 2015 zu Beschwerden wegen der Erweiterung einer bereits bestehenden Biogasanlage gekommen. Der Betrieb in der Nähe des Ortsausgang befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Tanzclub. Anwohner befürchteten, dass sich die Geruchsbelästigung durch die Anlage im Ort mit der Erweiterung des Vergärbetriebs womöglich noch heftig verschlimmern würde (die AZ berichtete).

Beschwerden über üble Gerüche durch Biogasbetriebe machen inzwischen bundesweit Schlagzeilen. Eines der jüngsten Beispiele ist Anwohnerkritik wegen Gestanks, der im baden-württembergischen Bioenergiedorf Bittelbronn (Zollernalbkreis) ausgerechnet während eines Großereignisses mit zahlreichen Besuchern von auswärts für Aufregung gesorgt hat. Wie der „Schwarzwälder Bote“ am Mittwoch berichtet, spielte dabei eine nach EU-Richtlinien gerade erst neu errichtete Gärreste-Verdampfungsanlage eine wichtige Rolle. Die Betreiber des Betriebes hätten den Umgang mit geruchshemmenden Substanzen erst ausprobieren müssen, hieß es. Auch nötige Reparaturarbeiten am Fermenter, der dafür geöffnet werden musste, könnten der Grund für die starke Geruchsentwicklung gewesen sein. Aber auch die Winde hätten zu der Zeit in ungünstige Richtung geblasen.

Von Antje Mahrhold

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