7,7 Kilometer Länge im Bismarker Bereich / Mindestens 593 Landeigentümer von Flurneuordnung betroffen

Die A 14 braucht knapp 80 Hektar Land

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Die A 14 soll auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde die Gemarkungen Schernikau auf 3,5 Kilometern, Belkau auf 2,4 Kilometern und Schinne auf 1,8 Kilometern Länge durchlaufen.

Schinne/Belkau/Schernikau. Wie funktioniert die sogenannte Flurbereinigung für die A 14? Wer ist betroffen und wird wie entschädigt?

Um solche Fragen ging es während einer Infoveranstaltung zur geplanten Einleitung des Flurbereinigungsverfahrens für die A 14 am Donnerstagabend in Schinne. Die voraussichtlich beteiligten Grundstückseigentümer (Teilnehmer) in den Gemarkungen Schernikau, Belkau und Schinne wurden darüber informiert, wie das Verfahren vonstatten geht, welche Vorteile es bringt und welche Möglichkeiten und Rechte sie haben.

Wenn eine Straße gebaut wird, würden Flurstücke ohne Rücksicht zerschnitten, erklärte Hartmut Kriese vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark (ALFF). Das werde auch beim Bau der A 14 geschehen. Damit der Landverlust auf einen größeren Kreis von Eigentümern verteilt und die Nachteile für die allgemeine Landeskultur gemindert oder beseitigt werden können, gebe es das sogenannte Flurbereinigungsverfahren.

Die Vorteile des Unternehmensflurbereinigungsverfahrens, wie diese Sonderform genannt wird, liegen für Kriese auf der Hand: Die Flächenbereitstellung führe zu einer beschleunigten Durchführung und wirtschaftlicheren Umsetzung. Alte Kataster würden verschwinden und neu vermessene, rechtlich erschlossen Flurstücke entstehen. Diese seien dann auch mehr wert als mehrere zerschnittene Flurstücke. Getauscht werde im Übrigen nach Wert und nicht nach Größe, ergänzte Kriese. Der Landabzug sei eine milde Form der Enteignung mit einem geringstmöglichen Eingriff in das Eigentum.

Wer nicht tauschen wolle, könne auch verkaufen. Termine würden mit jedem Teilnehmer vereinbart, um den Wünschen weitestgehend nachkommen zu können. In diesem Zusammenhang bat Kriese die Anwesenden, auch ihren Grundbucheintrag aktualisieren zu lassen.

Zur Wahrung der Interessen der Teilnehmergemeinschaft im späteren Verlauf muss ein fünfköpfiger Vorstand plus Stellvertreter gewählt werden. Auch Personen, die keine Teilnehmer sind, können sich dort hinein wählen lassen. Wahlberechtigt sind allerdings nur Teilnehmer.

Drei Gemarkungen auf 7,7 Kilometern

Birgit Rohde vom ALFF sagte bei der Vorstellung des geplanten Verfahrens, dass die A 14 auf insgesamt 7,7 Kilometern durch die Gemarkungen Schernikau, Belkau und Schinne verlaufen soll. Für die Trasse und die landschaftspflegerische Begleitplanung müssten 79,9 Hektar Land erworben werden.

Von der Flurneuordnung wären aktuell 593 Teilnehmer betroffen. Diese Zahl werde sich aber noch erhöhen. Rohde ergänzte, dass nach der Gebietsanpassung theoretisch jedem Teilnehmer 3,5 Prozent Land abgezogen werden müssten. Maximal zulässig seien fünf Prozent. Da das Amt bereits 51 Hektar erworben hat, würden nach solidarischem Prinzip nur noch 1,2 Prozent von jedem Teilnehmer benötigt. Zusätzliche Verkäufe würde diesen Prozentsatz weiter nach unten korrigieren.

Von Niels Troelenberg

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