Emilys Stiefmutter vor Gericht

20-jährige B. soll wehrlosen Kleinkind „den Schädel eingeschlagen“ haben

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Die kleine Emily aus Bismark war an ihren schweren Misshandlungen gestorben. Jetzt steht die Stiefmutter vor Gericht.

Bismark / Stendal. Anfang Februar erschütterte die Nachricht eine ganze Region: Die kleine Emily ist tot. Vermutlich war dem anderthalbjährigen Kind der Schädel eingeschlagen worden. Von Anfang als tatverdächtig galt die 20-jährige Stiefmutter des Mädchens.

Ab dem 27. Juli steht sie nun in Stendal vor Gericht.

Die 20-jährige B. war zum damaligen Zeitpunkt die Freundin von Emilys Vater. Das Gericht wirft ihr vor, das Kind derart geschlagen oder geschüttelt zu haben, dass es an den Folgen einer Hirnverletzung starb. Der 30-jährige Vater F. soll die Misshandlungen seiner Tochter billigend in Kauf genommen haben. Die Anklage gegen die Stiefmutter lautet „Körperverletzung mit Todesfolge u. a.“.

B. kam einige Tage nach Emilys Tod in Untersuchungshaft. Nachdem die Obduktion des 18 Monate alten Mädchens ergeben hatte, dass „massive stumpfe Gewalteinwirkungen gegen den Kopf“ zum Tod geführt hatten, galt B. als „dringend tatverdächtig“. B. – damals selbst schwanger – war mit Emily allein zu Hause, als die Tat passierte. „Sie hat ihr auf den Schädel eingeschlagen“, sagte der 30-Jährige damals in einem Radio-Interview. Er selbst sei zur Tatzeit arbeiten gewesen.

Emily starb wenige Tage nach den Misshandlungen in der Magdeburger Uni-Klinik. Die Stiefmutter hatte selbst den Notarzt angerufen, als das Kind nicht mehr atmete. Vom Stendaler Johanniter-Krankenhaus aus war Emily nach Magdeburg verlegt worden.

Von Ulrike Meineke

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