„Wir wollten schnell helfen“

Zufahrt von Einwohnerin in Mehmke mit 25 Tonnen Straßensplitt zugeschüttet

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25 Tonnen Schüttgut lieferte die Gemeinde Diesdorf auf der Einfahrt ab, dann passierte nichts mehr. „Wer da noch vorbeikommt, den will ich sehen“, ärgert sich Anwohnerin Sandra North.

Diesdorf. „Das ist total hirnlos – wenn ich so arbeiten würde, wäre ich morgen meinen Job los“, sagt die Mehmkerin Sandra North aufgebracht.

Sandra North zeigte den verdutzten Ratsmitgliedern auf ihrem Handy Fotos mit dem Berg mitten auf ihrer Auffahrt.

Sie wohnt am Lüdelsener Weg und glaubte sie zunächst, einem Schildbürgerstreich aufgesessen zu sein: Ihr Haus liegt in einer Sackgasse und ist nur durch eine äußerst schmale Gemeindestraße zu erreichen. „Weil dieser Pflasterweg marode ist, bat ich die Kommune um Hilfe. Splitt sollte angeliefert, in mehreren Haufen abgekippt und dann umgehend gleichmäßig verteilt werden“, erklärt die Mehmkerin. Im Auftrag der Gemeinde, des Fleckens Diesdorf, wurden nun am Dienstag 25 Tonnen Schüttgut geliefert und in der Mitte des Hohlwegs per Lastwagen abgekippt. Danach passierte gar nichts mehr – bis zum Abend, denn da machte sich Sandra North während der Einwohnerfragestunde auf der Diesdorfer Ratssitzung Luft: „Ich muss zur Arbeit und komme nicht zu meinem Haus“, sagte die Frau verärgert. Den verdutzten Ratsmitgliedern zeigte sie auf ihrem Handy Fotos mit dem riesigen, unüberwindbaren, schwarzen Fräsgut-Berg mitten auf ihrer Auffahrt.

Der trockene Kommentar von Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß – „Da kommt man doch noch an der Seite durch“ – machte Sandra North erst richtig wütend. „Das will ich aber sehen“, entgegnete sie.

Wortreich erklärte Bauausschuss-Vorsitzender Daniel Rieck daraufhin, wie es zu diesem Malheur kam. Sein Fazit: „Wir wollten nur schnell helfen und haben dabei offenbar mehr Schaden als Nutzen angerichtet“, sagte Rieck. Er bat um Entschuldigung und leitete die ersten Schritte zur Wiedergutmachung ein.

Von Kai Zuber

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