Gymnasiasten kommen mit sechs Kommunalpolitikern ins Gespräch

Wenn Demokratie keine Begeisterung hervorruft

+
Martin Güttler von der Friedrich-Ebert-Stiftung (v.l.), Beetzendorf-Diesdorfs Verbandsgemeindechefin Christiane Lüdemann (CDU), CDU-Landtagsabgeordneter Carsten Borchert, Grünen-Landesvorsitzender und Salzwedeler Stadtrat Christian Franke, SPD-Landtagsabgeordneter Jürgen Barth, Klötzes Bürgermeister Matthias Mann (CDU) und Landrat Michael Ziche (CDU) stellten sich den Fragen.

Beetzendorf. Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen: Diesem Thema nähert sich die gleichnamige Ausstellung, die aktuell in der Aula des Gymnasiums Beetzendorf zu sehen ist.

Zwölftklässler Simon Herting begrüßte die Kommunalpolitiker.

Für die Ausstellungseröffnung hat sich das Gymnasium etwas besonderes überlegt und Kommunalpolitiker eingeladen, mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen.

„Denn Rechtsextremismus ist immer noch gefährlich, es werden Menschenleben gefährdet und Menschen kommen um“, verdeutlicht Martin Güttler von der Friedrich-Ebert-Stiftung mit deren Zusammenarbeit die Ausstellung nach Beetzendorf geholt wurde. Dem schloss sich auch der Zwölftklässler Simon Herting an. Er betonte in seiner Begrüßungsrede aber auch: „Es ist gefährlich, wenn Demokratie keine Begeisterung mehr hervorruft. Rechtsextremismus ist auch in Beetzendorf ein ernstzunehmendes Problem.“ Und er riet seinen Mitschülern außerdem: „So etwas zu ignorieren, ist alles andere als hilfreich.“ Dann meldeten sich die Kommunalpolitiker selbst zu Wort und versuchten Fragen wie „Was können wir tun um uns vor Rechtsextremisten zu schützen?“ oder „Wie ist es zu bewerten, dass statt der NPD nun die AfD im Mecklenburgischen Landtag sitzt?“. Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, Christiana Lüdemann, wies dabei auf die grundlegenden Möglichkeiten hin sich zu Schützen: „Ihr könnte mit 16 Jahren bereits wählen gehen. Nutzt das!“ Landrat Michael Ziche fügt außerdem hinzu: „Versucht sie im Einzelnen darauf anzusprechen. Gerade in kleineren Städten sind die Rechtsextremen meist keine Unbekannten.“ Das regte die nächste Frage an. „Haben Sie Denkanstöße, wie wir ihnen im Gespräch begegnen könnten?“, hieß es. „Frag sie konkret, wie sie sich das vorstellen“, schlug Salzwedels Stadtrat Christian Franke auch im Hinblick auf die Asylpolitik vor. „Meistens lassen sie leider auf gar keine Diskussion ein“, erzählt Jürgen Barth von seinen Erfahrungen im Landtag.

Martin Gütter gab den Gymnasiasten einen eindringlichen Rat mit auf den Weg: „Denkt nicht: ,Das wird schon irgendwie gut gehen.’ Denn diese Situation hatten wir bereits einmal und es ist nicht gut gegangen.“

Kommentare