Fünf neue Schilder sorgen im Jübarer Ortsteil für Verwirrung bei Verkehrsteilnehmern

Wendischbrome: Wer hat Vorfahrt?

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Während an der zweiten Querstraße auf die Ohrestraße bereits das Hauptstraßenschild gilt, heißt es für Autofahrer an der ersten Kreuzung aufgrund der Rechts-vor-Links-Regelung Vorfahrt gewähren. Doch auch von der K 1128 müssen Autos laut des neuen Schildes den Verkehrsteilnehmern der Ohrestraße den Vortritt lassen. „Was zählt in Deutschland mehr? Rechts vor links oder ein ,Vorfahrt beachten’-Schild?, fragen sich die Anwohner.

Wendischbrome. In Wendischbrome herrscht derzeit Verwirrung. Denn seit kurzem stehen an der Kreuzung der Ohrestraße mit der Kreisstraße 1128 aus Richtung Mellin fünf neue Verkehrsschilder. Und die werfen Fragen auf.

Vor allem die Anwohner haben an der neuen, recht ungewöhnlichen Regelung ihre Zweifel. Fährt man nämlich durch Wendischbrome in Richtung Nettgau, muss man an der Straße nach Mellin rechts vor links beachten. 15 Meter weiter haben die Verkehrsteilnehmer aufgrund des neuen Verkehrsschildes wieder Vorfahrt.

Und das ist noch längst nicht alles. Den Verantwortlichen muss bei der neuen Regelung ein Fehler unterlaufen sein. Denn wer aus Richtung Mellin kommt, muss durch die neuen „Vorfahrt beachten“-Schilder dem Autofahrer auf der Ohrestraße den Vortritt lassen. Dieser wiederum muss warten, weil für ihn immer noch rechts vor links gilt. „In diesem Fall kann man nur hoffen, dass es bei verständnislosem Kopfschütteln und wilden Handzeichen beiderseits bleibt“, so eine Anwohnerin gegenüber der AZ.

Falls dann doch beide Autofahrer gleichzeitig beschließen loszufahren, ist die Situation für die Polizei schwierig: Was zählt in Deutschland mehr? Ein nicht beachtetes „Rechts vor Links“ oder ein nicht beachtetes „Vorfahrt beachten“-Schild? Für ähnliche Verwirrung sollen drei weitere Straßen im Ort sorgen. Nicht nur die neue, fehlerhafte Verkehrsregelung in Wendischbrome ist für die Wendischbromer ein Problem. Für sie stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, die auf wenigen Quadratmetern fünf neuen Schilder durch die einfache Grundregel „Rechts-vor-Links“ wieder herzustellen. Sie habe jahrzehntelang funktioniert, hieß es.

Zudem trug die alte Regelung zur Verkehrsberuhigung bei. Dennoch nehmen es die meisten Einwohner relativ gelassen. „Denn wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie noch heute“, scherzen sie.

Von Melanie Friedrichs

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