Widerstand gegen Züchter wächst / Heiko Koch: „Hier grassieren viele Unwahrheiten“

Waddekath: Pferdestreit zieht tiefe Gräben

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Die Kochs züchten in Waddekath hochwertige Pferde. Doch dagegen regt sich Widerstand. Dem Paar wird vorgeworfen ihre Tier auf viel zu kleinen Flächen zu weiden. Sogar eine Unterschriftenaktion soll es schon gegeben haben.

Waddekath. Katarzyna und Heiko Koch haben in Waddekath im vergangenen Jahr einen Pferdezuchtbetrieb eröffnet, dazu auch einige Grundstücke und Wiesen gepachtet.

Das junge Paar zog von Niedersachsen in die Altmark, um die Eltern von Heiko Koch zu pflegen und nahm die Pferdezucht mit.

Doch die Pferdehaltung stößt bei einigen Waddekathern auf Widerstand. Sogar eine Unterschriftenaktion hat es gegeben. Dem jungen Paar wird vorgeworfen, öffentliche Wege abzusperren, um darauf Pferde weiden zu lassen und Tiere in der Ortsmitte auf viel zu kleinen Flächen zu halten. Die Kochs haben eine mündliche Zusage von Bürgermeister Fritz Kloß, den alten Sportplatz, der schon zehn bis 15 Jahre nicht genutzt wird, pachten zu dürfen. Auch dagegen laufen einige Einwohner Sturm. Sie befürchten, dass aus dem Sportplatz eine Pferdeweide wird.

Katarzyna und Heiko Koch wollten während der Diesdorfer Hauptausschusssitzung wissen, warum trotz mündlicher Zusage vor Monaten noch immer kein Pachtvertrag zustande gekommen ist. Beide unterstrichen, dass der Sportplatz heute nur noch ein „Gras-Acker“ sei, dort schon viele Jahre niemand mehr Fußball spielt und sie diesen Platz in den zurückliegenden Monaten erst wieder urbar gemacht hätten.

Katarzyna und Heiko Koch auf dem Sportplatz: Rund 15 Jahre hat sich auf dem Platz nichts mehr bewegt. Jetzt, wo die Kochs ihn pachten wollen, kommt Unmut auf.

Und sie bestätigen dem Hauptausschuss, dass sie diesen Platz nicht als Pferdewiese, sondern als Mähwiese nutzen möchten. Die Kochs vermuten, dass aufgrund von Fördermittelmissbrauch es zu keinem Pachtvertrag komme. „Ein Landwirt aus Waddekath bezieht schon viele Jahre für den Sportplatz EU-Fördergelder, obwohl er diesen nicht gepachtet hat. Das sind zirka 3500 bis 4000 Euro bisher. Ist das eventuell der Grund, warum wir keinen Pachtvertrag bekommen?“, fragte Heiko Koch gezielt nach. Doch dazu konnte der Ortschef keine Aussage machen. „Davon ist in der Gemeinde nichts bekannt“, entgegnete Kloß.

Der Bürgermeister informierte, dass er dieses Thema dem Bauausschuss übertragen habe und dieser erst noch tagen müsse. „Wir wollen dem Rat vor Ort alles zeigen und erklären. Hier grassieren viele Unwahrheiten“, stimmten beide Kochs überein und luden den Gemeinderat zu einem Vororttermin ein. Und sie fragen: „Warum hat sich Jahrzehnte niemand um den Sportplatz hier gekümmert?“ Die Kochs vermuten eine gezielte Kampagne gegen sie. „Wir wollen doch mit allen gut auskommen und in der Zukunft noch weitere Investitionen, die auch die Infrastruktur vor Ort bereichern, tätigen“, sagte Katarzyna Koch.

Von Rüdiger Lange

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