Salzstock bei Waddekath weiterhin möglicher Endlager-Kandidat / Einwohner bleiben wachsam

Thema Atommüll wieder aktuell in Waddekath

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Waddekath bleibt weiter im Gespräch. Die meisten geologischen Gegebenheiten erfüllt der Untergrund offenbar.

Waddekath. Die aktuelle Diskussion bei den Bürgern in Waddekath dreht sich um ein Thema: ein mögliches Atommüll-Endlager im Salzstock tief unter dem Ort. Dieser liegt etwa 1000 bis 3000 Meter tief im Erdreich.

Die Altmark-Zeitung befragte mehrere Bürger im Diesdorfer Ortsteil. Eva-Maria Heller zum Beispiel sieht das Thema derzeit auch angesichts für sie akuter persönlicher Anliegen eher gelassen: „Vor dem Jahr 2030 wird es wohl keine Entscheidung über ein mögliches Atommüll-Endlager in Waddekath geben. Und falls es dann soweit kommen würde, dann gäbe es wohl keine Einlagerung vor dem Jahr 2050“, meint die Waddekatherin, die seit Jahren unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen wohnt. Auch Hilke Adam verfolgt derzeit aufmerksam die Diskussion zum Thema Atommüll. „Waddekath ist als möglicher Standort ja weiterhin auf der Liste. Auch wenn vielleicht erst in relativ ferner Zukunft hier ein Endlager entstehen könnte und das uns Ältere nicht mehr direkt tangiert“, so Adam. Dennoch gelte Besorgnis: „Man hat ja schließlich noch Familie“, so die Waddekatherin. Auch Uwe Körner hält sich zum Thema ständig auf dem Laufenden. Er bleibe aufmerksam und achte in der Umgebung von Waddekath – besonders jetzt – auf verdächtige Aktivitäten, so Körner zur AZ.

Vor etwa vier Jahren hatte der Diesdorfer Ratsherr Detleff Bill (SPD) im Gemeinderat auf das Problem in Waddekath aufmerksam gemacht. Denn der Standort Waddekath scheint gut geeignet für das Vorhaben. Die Bevölkerungsdichte in der Region ist gering. Große Flächen sind außerdem in Bundesbesitz.

Bereits kurz nach der Wende gab es in Waddekath und Rade den ersten Widerstand gegen Atommüllpläne. Nun ist das alte Problem wieder allgegenwärtig in den Diskussionen. Auch wenn nach der Veröffentlichung des Abschlussberichtes der Endlager-Kommission der Salzstock bei Waddekath nicht mehr wie in den vergangenen Jahren in den unmittelbaren Brennpunkt rückt (wir berichteten).

Doch in dem „ergebnisoffenen Suchprozess“ ist Waddekath weiterhin auf der Liste. Auch weil die Kommission eine unterirdische Lagerung empfiehlt. Die meisten geologischen Gegebenheiten erfüllt der Untergrund von Waddekath offenbar. Beim Zeitplan zur Endlagerung gibt es angesichts des obersten Zieles derzeit wohl keine besondere Eile. Denn eine Million Jahre soll der hochradioaktive Atommüll im neuen deutschen Endlager vor sich hin strahlen, ohne die Gesundheit der Anwohner zu gefährden.

Wo genau das aber passieren soll, steht noch in den Sternen. „Waddekath wird wohl weiter im Gespräch bleiben, und wir werden weiterhin aufpassen, was passiert“, so Hilke Adam.

Von Kai Zuber

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