Diesdorfer Jugendclubmitglieder geben bei Arbeitseinsatz für einen neuen Partyraum alles

62 Stunden bringen den Erfolg

+
Torsten Neumann ist stolz, was seine Schützlinge in den letzten Wochen alles geschafft und erarbeitet haben.

Diesdorf. Das Projekt „Neuer Jugendclub“ in Diesdorf feiert erste Erfolge, wie der Jugendclub-Leiter Torsten Neumann im AZ-Gespräch stolz verkündete. Das Gebäude, was zukünftig als Partyraum genutzt wird, erstrahlt in neuem Glanz.

Das Ziel des Konzeptes wurde bei einem Treff mit dem Diesdorfer Sozialausschuss vorgestellt: Die Gemeinde hat das ehemalige Ferienobjekt am Freilichtmuseum gekauft. Es kam der Gedanke auf, dass der Diesdorfer Jugendclub – nach einer umfassenden Sanierung – dort einziehen könnte. Dabei wollen die Heranwachsenden die Gemeinde unterstützen und ein Konzept für die Umgestaltung nach ihren Vorstellungen erarbeiten. Das soll abschließend dem Gemeinderat vorgestellt werden.

Mit dem Kauf fiel für die Jugendlichen somit der Startschuss für eigene Überlegungen. Doch dabei blieb es nicht. Vor gut zwei Wochen packten die Clubmitglieder selbst an, zumindest an dem Gebäude, wo später ein Partyraum entstehen soll. „Ich habe die Stunden mal zusammengerechnet“, so der Jugendclubleiter, „insgesamt kommen für den Einsatz 62 Stunden heraus.“

Besonders an der Vorderfront des verwilderten Gebäudes werden die insgesamt 62 Arbeitsstunden der Jugendlichen deutlich.

Auf dem verwilderten Gelände gab es genug zu tun: Büsche wurden herausgerissen und gekürzt, das kniehohe Gras gemäht. „Dabei bekamen sie auch von weiteren Helfern Unterstützung“, freut sich Neumann. Dann stand die Grundreinigung des alten, vermüllten Raumes an. Sie besserten zerbrochene Fenster aus, die Wände bekamen neue Farben. Zudem stehen nun schon erste Möbel in dem Gebäude und eine kleine Diskokugel sorgt später für Partystimmung. Weitere Möbelstücke sollen folgen. „Vielleicht hat jemand etwas in seinem Partyraum, was er spenden würde“, hofft Torsten Neumann. In der nächsten Woche kommen Handwerker und ein Architekt. Sie werfen einen fachmännischen Blick auf die Anlage und machen den Jugendlichen ein erstes, unverbindliches Angebot.

Das aktuelle Ergebnis ist allerdings weit mehr als ein in Eigenarbeit renoviertes Gebäude. Denn die Arbeit hat die Gruppe als Gemeinschaft gestärkt. Und es wurde Demokratie im Kleinen gelebt. So entbrannten manche Diskussionen, aber nach dem mehrheitlichen Willen wurde letztendlich entschieden. „Ich agiere da nur im Hintergund“, erklärt Neumann. Für ihn ist auch die Lebenserfahrung wichtig, sowie das handwerkliche Können, was die junge Gemeinschaft, bestehend aus sieben Jungen und drei Mädchen, mit dem Arbeitseinsatz trainierte. Und durch die Arbeiten bauen sie zu dem Gebäude eine ganz andere Verbindung auf – und lernen die Dinge mehr zu schätzen. Im Oktober wird das Konzept wahrscheinlich fertig sein, schätzt Torsten Neumann. Dann muss nur noch der Rat überzeugt werden, dass das Vorhaben auch schnellstmöglich umgesetzt wird.

Von Melanie Friedrichs

Kommentare