Bahnhofsfest Stapen / Hohentramm: Neue Errungenschaften und ein originaler Krankenwagen Barkas B 1000

Auf den Spuren der Reichsbahnzeit

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Für die Kinder Mia Nettelbeck (auf dem Fahrrad) sowie Johanna Seifert (sitzende v.l.) und Frieda Köser war die Fahrraddraisine beim Bahnhofsfest der Renner. Dort konnten sie einmal selbst Lokführer sein.

Stapen / Hohentramm. Mit einer weiteren Auflage der Bahnhofsfestes Stapen-Hohentramm traf der Tourismusverein der Region Beetzendorf am Sonntag voll ins Schwarze. Vorsitzender Rainer Klinzmann begrüßte zahlreiche Gäste, darunter viele Freunde alter Reichsbahntechnik.

Denn für die gab es allerhand zu sehen: Im und am Bahnhof ist alles noch fast originalgetreu erhalten geblieben, darunter auch der alte Tresen mit nostalgischer Zapfsäule sowie der kühle Bierkeller. Die Bahnstrecke „Calbe a. M. – Beetzendorf“, die alte Schreibweise der Strecke, wurde am 18. Dezember 1899 eröffnet. Bis zum 10. Mai 1991 fuhren auf der Strecke Personen- und bis zum 1. Januar 1994 Güterzüge. Dann wurde der Zugverkehr eingestellt, später die Bahngleise abgebaut.

Eine neue Errungenschaft: Rainer Klinzmann (r.) präsentiert mit Hartmut Förster die neue Altmarkkarte von Michael Albrecht.

Das Bahnhofsgebäude, gebaut 1898 / 99, war als Bahnhofsagentur bis 1987 geöffnet. Danach übernahm es die Sowjetarmee, die es als Jagdquartier für das Sonderjagdrevier Hohentramm bis zur Wende nutzte. Im Jahr 1994 kaufte die Familie Klinzmann den Bahnhof. Sie sicherte die Bausubstanz und bewahrt darin bis heute viele Dokumente, Chroniken und alte Reichsbahnutensilien auf.

Neueste Errungenschaft ist eine neue Altmarkkarte von Michael Albrecht mit allen Wappen der Altmarkstädte. Außerdem präsentierte Rainer Klinzmann den Gästen eine Broschüre von Dr. Siegbert Klaffer, über den Schienenknacker der Strecke Beetzendorf – Kalbe / Milde.

Mit vielen erfrischenden Liedern sorgte Heiner Kamieth für beste Stimmung auf dem alten Bahnhof Stapen-Hohentramm.

Für Unterhaltung sorgte am Sonntag in bester Manier Heiner Kamieth aus Jübar mit vielen Stimmungsliedern. Neben der Eisenbahntechnik zog ein Krankenwagen Barkas B 1000 mit Originalausstattung von Lothar Meyer die Blicke auf sich. Und dann waren da noch die 120 Meter Gleise vor dem Bahnhof, auf denen zahlreiche Gäste den Beruf des Lokführers auf einer Fahrraddraisine ausprobieren durften.

Von Rüdiger Lange

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