Mirjam Anschütz stoppt an 22 Stationen / Berichte gibt es in ihrem Blog

Mit Pferd und Wagen durch den Osten: Bis zur Oder und zurück

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Wallach Felix braucht eine Rast: Von Poppau und Apenburg brach Mirjam Anschütz (l.) in Richtung Oderbruch auf. Ein Jugendtraum wurde für sie wahr.

Poppau. Bis zum Oderbruch und zurück verläuft die abenteuerliche Reise der 30-jährigen Poppauerin Mirjam Anschütz. Die junge Frau ist mit einer besonderen Botschaft unterwegs: Sie setzt sich für eine ökologische, tier- und menschenfreundliche Landwirtschaft ein.

Mit Pferd und Wagen tourt sie derzeit quer durch Ostdeutschland: Mirjam Anschütz absolvierte bislang 22 Stationen auf ihrer Reise von der Altmark in Richtung Polen.

In Poppau und Apenburg startete sie vor etwa zwei Monaten (wir berichteten). Nun erzählt die studierte Agrarwissenschaftlerin, die sich für ökologischen und solidarischen Landbau einsetzt, der AZ von ihren bisherigen Erfahrungen während der Tour. „Da könnte ich hundertseitige Bücher darüber schreiben“, sagt Mirjam Anschütz.

In ihrem Blog berichtet sie von ihren täglichen Erfahrungen und Begegnungen. Eine Kurzzusammenfassung über die vielen Eindrücke der Reise gemeinsam mit Wagen und Wallach Felix kann Mirjam kaum in drei Sätze pressen: „Wir sind jetzt gerade in Wernsdorf. Es ist die 22. Station der Reise. Wir haben etwa 500 Kilometer Strecke hinter uns und nur noch 250 Kilometer vor uns. Das schaffen wir doch locker“, so die Poppauerin zuversichtlich.

Alles fit und munter: „Unsere täglichen Probleme drehen sich um Mücken, Fliegen und Bremsen, Hitze, Gewitter und die spannende Frage, ob das gerade jetzt der richtige Weg ist“, bemerkt die junge Agrarwissenschaftlerin nicht ohne Humor.

Kein Kind von Traurigkeit: Ihre Geige nahm Mirjam Anschütz (l.) mit auf Tour. Hier spielt sie in Apenburg zum Abschied.

An zahlreichen Stationen steht praktische Pferdearbeit an, so zum Beispiel in Zierau, Stolzenhagen, Templin, Bienenwerder, Höwisch und der Oderaue. Auch der Schmied muss bei Felix mal eingreifen. Mirjam ist zudem offen für Mitfahrer auf ihrem Wagen. Unwetter, Hitzewelle und die Suche nach geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten sind für die junge Frau Reisealltag. Dann gab es die erste Panne: „Am 10. Juli ist auf der Strecke zwischen Bienenwerder und Lichtenow eine Schnalle aus Felix‘ Brustblattgeschirr gerissen. Natürlich an einem Ort ohne Schatten und mit dem höchsten Mückenaufkommen weit und breit. Trotzdem stand er brav still, während ich eine Notreparatur anfertigte“, berichtet Mirjam Anschütz.

Noch bis August ist die Poppauerin unterwegs. Im Sommer 2015 beendete Mirjam ihr Studium mit einer Abschlussarbeit über solidarische Landwirtschaft. Dafür besuchte sie viele Gärtnereien, die nach dem Prinzip wirtschaften. „Ich stellte fest, dass viele gerne mit Pferden arbeiten möchten, nur nicht wissen wie. In einer kleinen Landwirtschaft nahe der polnischen Grenze erinnerte ich mich an einen alten Wunschtraum: Einmal mit Pferd in Richtung Osteuropa zu ziehen“, erklärt Anschütz. Das war die Geburtsstunde der Tour für gute Landwirtschaft und Pferdearbeit.

Von Kai Zuber

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