An Diesdorfer Bockwindmühle wird weiter gearbeitet / Zwei Anläufe fehlgeschlagen

Nächster Versuch soll klappen

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Mühlenführer Alfred Henke (kl. Bild) will seinen Gästen die Technik erklären – wenn sich die Flügel drehen.

zu Diesdorf. Die Flügel der Bockwindmühle im Freilichtmuseum stehen nun schon seit längerer Zeit still.

„Jedes Mal, wenn sich die Flügel der Bockwindmühle drehen sollten, gab es drinnen einen kleinen Ruck oder ein etwas beängstigendes Knackgeräusch“, bestätigt Mühlenführer Alfred Henke der AZ. Der nächste Versuch, die über 200 Jahre alte Bockwindmühle wieder in Gang zu bringen, wird hoffentlich besser klappen.

An dem Diesdorfer Wahrzeichen im Freilichtmuseum werde daher gemeinsam mit Museumsschmied Manfred Heiser weiter gearbeitet, so Henke. Dem liegt sehr viel daran, dass seine Mühle nicht nur ein einfaches Museumsobjekt ist, sondern dass die Funktionalität den Museumsbesuchern direkt bei der Arbeit erklärt werden kann.

Zwei Anläufe dazu, im Vorjahr und in diesem Frühjahr, sind allerdings bereits fehlgeschlagen. Im vergangenen Jahr gab es keinen Wind und nun dieses seltsame Geräusch im Innenleben der Mühle. Das führte sicherheitshalber dazu, dass die beweglichen Teile erst einmal wieder fest verkeilt wurden.

Nun wird das Mahlwerk mit Hilfe von Fachleuten weiter reguliert bis alles passt. Um 1850, so berichtet Henke seinen Gästen, gab es noch rund 50.000 solcher Windmühlen in Deutschland. Die zunehmende Industrialisierung ließ die 13 Meter hohen und 50 Tonnen schweren hölzernen Riesen dann nach und nach verschwinden.

Mit der Mühlentechnik wurde nicht nur Getreide zu Mehl gemahlen, sondern es wurden auch Winden bewegt. Mit deren Hilfe konnten die 50 bis 100 Kilogramm schweren Säcke hin und her gewuchtet werden. Dass Müller früher bei der Arbeit Zipfelmützen trugen, so wie es auf viele alten Zeichnungen bei den Müllergesellen zu sehen ist, war im Übrigen verboten: „Weil alles beweglich war, konnten die Enden der Mützen schnell ins Mühlengetriebe gelangen“, informiert Alfred Henke.

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