Blechmann beim Tauchen entdeckt

223 mechanische Gefährten: Peter Witte sammelt Roboter aus der ganzen Welt

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Nicht nur Peter Witte ist von dem größten Roboter in seiner Sammlung begeistert. Der mechanische Gefährte belustigt regelmäßig die kleinen Besucher beim Trödelmarkt.

Beetzendorf. Wenn Peter Witte all seine Lieblinge in seinem Wohnzimmer aufstellen will, dann braucht er dafür einen ganzen Abend. Für den Besuch der AZ hat er diese Hürde auf sich genommen und präsentiert stolz Roboter in allen Formen, Farben und Größen.

Die kleinsten sind Ohrringe und stammen aus Portugal, der größte ist schon über 20 Jahre in seinem Besitz. Der Beetzendorfer ist leidenschaftlicher Sammler. Neben Robotern besitzt er eine Sammlung von historischen Kleiderbügeln, Mopeds und Instrumenten. Er selbst nennt es liebevoll seinen „Sammelfimmel“. Doch am meisten liebt er seine 223 kleinen Blechmänner. Obwohl Blech nicht immer ganz stimmt – „Ich besitze Roboter aus Holz, Plastik und Metall, aber die aus Blech sind mir mit Abstand die liebsten“, erzählt der Lehrer im Vorruhestand. Die Begeisterung für Roboter hält Peter Witte fest, seit er ein Kind ist: „Ich war immer von Mechanik und bewegten Maschinen fasziniert.“ In seiner Jugend experimentiert und baut er mithilfe von Uhrwerken aus alten Weckern selbst angetriebene Maschinen. Blechfiguren und eine Modelleisenbahn gehören zu seinen Lieblingsspielzeugen. Bei einem vierjährigen Technik-Studium kann er seine Leidenschaft weiter ausleben. Seit 1976 unterrichtet er als Lehrer Wirtschaft, Ethik – und natürlich Technik.

Zu fast jedem Roboter kann der Ruheständler eine Geschichte erzählen, denn sie stammen aus allen Ländern der Welt. Kuriosester Fund: Beim Sporttauchen vor der Mexikanischen Küste entdeckt er eine Figur. Beim genaueren Hinsehen handelt es sich – als wäre es sein Schicksal – um einen kleinen Roboter und er fischt ihn aus dem Wasser. Als Witte seine interessantesten Exemplare vorstellen will, weiß er zunächst gar nicht wo er anfangen soll. Seine Begeisterung steckt an. Er hat Roboter in Uhrenform, als Tee-Ei oder als Lampe. Einer saugt bei ihm Staub oder wischt den Boden, ein Fensterputzer soll demnächst eine weitere lästige Hausarbeit abnehmen. Neuste Errungenschaft ist ein Duo, was per Fernsteuerung Boxkämpfe austrägt. Dem Schokoroboter fehlt bereits der Kopf. „Mein Enkel konnte einfach nicht widerstehen“, lächelt Witte und ist kein bisschen böse. Denn die Enkel sollen seine Sammlung später erben, weswegen der Hobbysammler bei Besuchen auch regelmäßig die mechanisierten Gefährten hervorholt.

Die meisten Roboter aus seiner Sammlung findet und kauft Peter Witte, der in Beetzendorf selbst Trödelmärkte und Kinderkleiderbörsen veranstaltet, im Spielwarengeschäft oder auf dem Flohmarkt. Und übrigens nie im Internet. „Das verbietet die Sammlerehre, sonst würde das überhaupt keinen Spaß machen“, ist der Hobby-Musiker und DJ überzeugt.

Er hofft in Zukunft noch weitere roboterbegeisterte Sammler kennenzulernen und mit ihnen zu tauschen. Die können sich bei ihm unter witte-beetzendorf@t-online.de melden können. Und was sagt seine Frau Elvira zum Sammelfimmel? „Sie lässt mich machen, hält mich aber manchmal für verrückt.“

Von Melanie Friedrichs

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