Vor allem ältere Bürger betroffen

Landarzt nicht in Sicht: Dährer suchen Nachfolger für Praxis

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Das leer stehende Dährer Grundschulhaus war für den Ausbau als Ärztehaus vorgesehen, doch daraus wurde nichts. Mareike Träger (21, kl. Foto) ist Arzthelferin. Sie stammt aus Dähre und Markau und würde gerne in dieser Region in ihrem Beruf arbeiten.

Dähre. Die guten Erinnerungen der Dährer Bürger an das Vorhandensein eines Landarztes samt allgemeinmedizinischer Praxis im Ort sind bis heute ungetrübt.

Vor allem für ältere Bürger war es einfach, zu den seinerzeit dort ansässigen Ärzten Peter Ledderboge oder André Delekat zu gelangen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Und auch in absehbarer Zeit ist kein Nachfolger in Sicht.

„Es wird weiterhin nach einem Arzt für eine allgemeinmedizinische Praxis gesucht, um vor allem die älteren Bürger betreuen zu können. Aber bis jetzt gibt es nichts Aussichtsreiches zu vermelden“, sagte Dähres Bürgermeister Michael Olms der AZ auf Anfrage. Auch sein Amtsvorgänger Harald Heuer musste mit ansehen, wie die alte Landarztpraxis am Eickhorster Weg erst weitergeführt, dann aber geschlossen wurde.

Der Mediziner André Delekat praktiziert mittlerweile im niedersächsischen Bad Bodenteich, und Peter Ledderboge ist längst pensioniert. Verschiedene Versuche wurden in den vergangenen Jahren unternommen, wieder einen Landarzt in Dähre anzusiedeln – aber bislang umsonst. Zeitweise war das leer stehende Dährer Grundschulhaus für den Ausbau als Ärztehaus vorgesehen, doch auch daraus wurde bislang nichts.

Mittlerweile stellt sich sogar Resignation ein, denn viele Einwohner glauben nicht mehr daran, dass wieder ein Arzt im Ort praktizieren wird. Auch Mareike Träger macht dieser Zustand traurig.

Die 21-Jährige ist ausgebildete Arzthelferin. Sie stammt aus Dähre und Markau und würde gerne in dieser Region in ihrem Beruf arbeiten. „Doch zur Zeit bin ich in der Sanitätsstation in Ehra-Lessin tätig“, sagt die junge, sympathische Frau. Sie plant, zukünftig als Rettungsassistentin tätig zu sein. „Viele alte Leute hier sind auf einen Arzt angewiesen. Sie müssen nun lange Wege in Kauf nehmen und nach Diesdorf, Bodenteich oder sogar in Richtung Salzwedel zu einem Mediziner fahren“, sagt Mareike Träger. Doch noch gibt es Licht am Ende des Tunnels, denn die Mahlsdorfer Sozialdemokratin Jana Schweizer forderte bereits, die Gründungen von Landarztpraxen staatlich zu fördern.

Möglich könne in Zukunft auch sein, dass junge Ärzte bei den Gesundheitsämtern angestellt werden und mobil die ländlichen Regionen betreuen. Junge Landärzte bräuchten auch mehr Anreize, so dass es lohnt, sich in der Region niederzulassen.

Von Kai Zuber

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