Gemeinden sind laut Sicherungspflicht zuständig / Vorschlag: Kosten teilen

Kopfschütteln über Grabstein-Prüfgerät

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Wie sicher stehen Grabsteine? Die Anschaffungspflicht entsprechender Prüfgeräte wird derzeit in den Kommunen kontrovers diskutiert.

kzu Beetzendorf / Diesdorf. Wie sicher stehen eigentlich Grabsteine? Die Anschaffungspflicht entsprechender Prüfgeräte wird derzeit kontrovers diskutiert – vielerorts ruft das Thema Kopfschütteln hervor.

Dass sich mit den neuen Vorschriften für den Erwerb von Friedhofstein-Sicherheitsprüfgeräten jemand nur eine „goldene Nase verdienen“ will – diese Vermutung macht bereits seit geraumer Zeit unter den Bürgern in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf die Runde. Dennoch, so Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß, sei der Kauf solcher Geräte wegen der Vorschriften der Berufsgenossenschaft alternativlos. „Die Gemeinden sind zuständig für die Gewährleistung der Sicherheit auf den öffentlichen Friedhöfen“, begründete Kloß.

Rund 1200 Euro soll solch ein Spezialgerät kosten. Und das soll zweifelsfrei feststellen und prüfen können, ob ein Grabstein auf dem Gottesacker sicher steht oder nicht. Doch eines ist in den Kommunen angesichts der Finanzknappheit bereits jetzt sicher: Die Geräte werden nur selten gebraucht. Da lohnt es nicht, für jede Gemeinde diese von vielen eigentlich als überflüssig erachtete Technik, anzuschaffen. Denn seit Jahrhunderten reichte zur Standfestigkeitsprüfung der Grabsteine eine feste Hand und Manneskraft zum Wackeln sowie etwas gesunder Menschenverstand. Dennoch gibt Ratsfrau Angelika Scholz (Linke) aus Diesdorf zu bedenken: „Sinnlos ist eine solche Prüfung nicht. Ich kann mich noch deutlich an einen Unglücksfall mit einem Kind und einem umstürzenden Grabstein erinnern und möchte so etwas nicht erleben“, so Scholz.

In einige Räten wurde vorgeschlagen, dass die Verbandsgemeinde zwei bis drei Geräte erwerben soll und dann an die Kommunen ausleihen. Doch die VG ist für solche Aufgaben nicht zuständig, wie VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann betonte. „Dennoch können wir gerne das Ausleihen der durch die kostenteilig von den Kommunen angeschafften Geräte koordinieren“, bot Lüdemann an. Friedhofs-Fachmann Winfried Arndt könne die von den Kommunen angeschafften Geräte dann verwahren und über die Verwaltungsgemeinschaft bei Bedarf her-ausgeben.

Sind die lockeren Grabsteine auf den Friedhöfen lokalisiert, sollen die Eigentümer der Grabstellen angeschrieben und zum Befestigen der Steine aufgefordert werden. Dazu schätzte Bürgermeister Kloß ein: „Ich sehe bereits jetzt vorher, dass dieses Thema noch für sehr viel Ärger sorgen wird.“

Betroffen von der neuen Regelung sind natürlich nicht nur kommunale, sondern auch kirchliche Friedhöfe. Dort wird das Thema derzeit ebenfalls diskutiert.

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