Akuter Personalmangel an Kitas und Grundschulen beklagt / Lüdemann reagiert mit Unverständnis

Kita-Eltern und Verbandsgemeinde auf Konfrontationskurs

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Erzieherinnen tragen viel Verantwortung. In Dähre registrieren die Eltern nun akuten Personalmangel.

Dähre / Henningen. „In unserer Kita haben wir akuten Personalmangel, das Personal arbeitet am Limit und die Gemeinde schaltet auf stur...“, heißt es in einem Brief, den Nadine Hasenbank für die Eltern der Kita Dähre und der Grundschule Henningen verfasst hat.

Diese Meinung sorgte gestern bei Verbandsgemeindebürgermeisterin Christiane Lüdemann zunächst für Verblüffung und dann für Unverständnis. „Das kann ich nicht nachvollziehen. Warum wenden sich die Eltern denn nicht direkt an uns?“, erklärte Lüdemann.

Was war passiert? Nadine Hasenbank aus Gieseritz berichtete gestern im AZ-Gespräch, dass es in der Kita in Dähre, aber auch in der Grundschule Henningen, absoluten Personalmangel gebe. „Die Erzieher in Dähre sind sehr engagiert, aber sie sind einfach überarbeitet“, gab sie ihre Empfindungen weiter. So steht denn auch in dem offenen Brief, der an verschiedene Medien geschickt wurde, dass „die Kinder durch die Personalknappheit keine Förderung und keine Vorbereitung für ihren weiteren Werdegang bekommen“. Hasenbank berichtete, dass Erzieherinnen im Hort aushelfen müssen, und damit in der Kita fehlen würden. Zudem würden die Verträge mit „guten Leuten“ nicht verlängert. „Wir hatten zum Beispiel eine ausgebildete Ergotherapeutin. Deren Vertrag ist nicht verlängert worden“, erzählte die Mutter zweier Kinder. Mittlerweile gibt es im Internet schon eine Facebook-Gruppe, in der sich die Eltern austauschen.

Für Christiane Lüdemann kam diese Kritik nach eigener Aussage völlig unvorbereitet. „Wir berechnen den Betreuungsschlüssel nach dem Kinderförderungsgesetz (Kifög)“, berichtete die Bürgermeisterin. Demnach stehen in Dähre sechs Erzieherinnen auf dem Plan, das sind 168,6 Betreuungsstunden. „Und da packen wir freiwillig noch einen Puffer von zehn Stunden drauf“, betonte Lüdemann. Zudem erklärte sie, dass alle Erzieherinnen in dieser Kita einen unbefristeten Vertrag hätten. „Außerdem gibt es dort noch einen Bufdi und zwei technische Kräfte, zum Beispiel für die Mittagsversorgung“, führte die VG-Bürgermeisterin aus.

Demnach sind Eltern und Gemeinde auf Konfrontationskurs. Diesen will die Bürgermeisterin nun entschärfen. „Ich werde die Elternvertretung kontaktieren“, kündigte sie an, dass man sich nun in der Einrichtung zusammensetzen müsse.

Von David Schröder

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