Rundgang erschüttert Ratsmitglieder: Sozialausschuss sagt „Ja“ zum Projekt

Diesdorfer Jugendliche planen ihren Club

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In diesen Flachbau gegenüber dem ehemaligen Bettenhaus des früheren Ferienobjektes wollen sich die Diesdorfer Jugendlichen ihren neuen Club einrichten.

Diesdorf. Mit einem Rundgang durch den Diesdorfer Jugendclub begann am Montagabend die Sitzung des Sozialausschusses des Fleckens Diesdorf. Und dieser erschütterte die Ratsmitglieder.

Die Jugendlichen selbst wiesen auf die zahlreichen Missstände hin wie herunterhängende Deckenteile, Löcher im Fußboden, tropfende Sanitäranlagen, völlig veraltete Elektrotechnik, kaputte Türen, braunes Wasser oder undichte Fenster. „Eigentlich müsste der Jugendclub abgerissen werden. Vielleicht können wir ihn noch zwei Jahre notdürftig nutzen. Doch dann müssen wir raus“, sagte Jugendclubleiter Torsten Neumann.

Nach dem Rundgang stellte er das Projekt „Neuer Jugendclub 2016“ vor, welches mit 1150 Euro gefördert wird. Er hofft auf Unterstützung durch die Gemeinde, um an noch mehr Fördergelder aus dem EU-Topf zu kommen. Das Projekt sieht vor, dass die Jugendlichen selbst ein Konzept für Umbaumaßnahmen eines neuen Jugendclubs aus leer stehenden Gebäuden im ehemaligen Ferienprojekt am Freilichtmuseum erstellen.

Der Diesdorfer Sozialausschuss sah sich mit den Jugendlichen den alten Club an und war erschüttert, in welchem desolaten Zustand dieser sich befindet.

„Dabei müssen die Jugendliche eigene Ideen entwickeln, sich mit der Maßnahme identifizieren und auch bestimmte Aufgaben übernehmen“, sage Neumann. Weiter soll das Projekt dann während einer Gemeinderatssitzung von den Jugendlichen vorgestellt werden. „Wir werden das Projekt unterstützen, müssen aber mit der Umsetzung noch warten“, sagte Ausschussvorsitzender Ulf Knoblauch. Grund: Der Flecken Diesdorf will das Ex-Ferienobjekt am Freilichtmuseum kaufen. „Der Kaufvertrag mit dem heutigen Besitzer aus Hannover wird vermutlich schon in der nächsten Woche unterschrieben. Danach bedarf es aber noch einen Grundsatzbeschluss des Rates, um das Projekt anzugehen“, informierte Bürgermeister Fritz Kloß.

In den vergangenen Jahren hatte ein Verein auf dem Gelände des einstigen Ferienobjektes Hunde gehalten. Gleich nach der Wende gab es Pläne, dort eine Jugendherberge zu etablieren. Doch da hat das Jugendherbergswerk nicht mitgespielt. Heute ist das gesamte Objekt völlig heruntergekommen. Mit dem Kauf durch den Flecken keimt aber Hoffnung, aus zwei festen Flachbauten einen neuen Jugendclub zu bauen. Davon haben die Jugendlichen erfahren und wollen das Vorhaben mit ihrem Projekt unterstützen.

Der heutige Jugendclub wurde 1975 von den Grenztruppen der ehemaligen DDR als Unterkunft für Spezialisten aufgebaut, die das einstige Grenzmeldenetz erdverkabelt haben. Für eine Dauernutzung war der Bau nie gedacht.

Von Rüdiger Lange

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