„Die Belegschaft verhöhnt“

Glunz AG will weiter Haustarifvertrag, aber IG Metall bleibt hart

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Entscheidet sich die Belegschaft – hier beim Warnstreik im März – für eine unbefristete Arbeitsniederlegung, könnte für längere Zeit kein Rauch mehr aus den Schornsteinen Werkes aufsteigen.

ds Nettgau. „Die Geduld der Belegschaft ist ausgereizt! Daran kann auch das mehr als spärliche Angebot der Geschäftsführung nichts ändern“, sagte Dieter Pfeiffer, zuständiger IG Metall-Sekretär.

Am Dienstagabend startete die Urabstimmung zu einem unbefristeten Streik im Glunz-Werk-Nettgau. Das Ergebnis der Urabstimmung wird voraussichtlich am Freitag feststehen (AZ berichtete).

„Mit ihrem neuen Angebot verhöhnt Glunz die Belegschaft im Werk Nettgau“, erklärte Verhandlungsführer Wilfried Hartmann von der IG Metall-Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die Geschäftsleitung sei im Prinzip bei ihrer Forderung geblieben, die IG Metall hat daraufhin das Scheitern der Tarifverhandlung erklärt. Das Unternehmen will den Abschluss eines Haustarifvertrages erreichen, während die Gewerkschaft auf die Rückkehr in den Flächentarifvertrag pocht.

Das genannte Angebot der Glunz AG ging der IG Metall am Montagabend zu. „Am Beispiel Nettgau sieht der neue Vorschlag unter anderem eine mehrstufige prozentuale Erhöhung der Gehälter bis zum Jahr 2020 vor. Ebenso können Mitarbeiter mit höherer Qualifikation und der Bereitschaft zu mehr Flexibilität mit finanziellen Vorteilen rechnen. Demgegenüber steht die geplante Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde, umgerechnet 12 Minuten am Tag“, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. „Wir hoffen, dass wir mit diesem Angebot die Voraussetzung für eine Lösung des Konfliktes am Verhandlungstisch schaffen und weitere Arbeitskampfmaßnahmen mit negativem Einfluss auf die Zukunft unserer Standorte vermeiden können“, so Dr. Jan Bergmann, Vorstand der Glunz AG.

IG-Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann erklärte dazu im AZ-Gespräch: „Die bieten 2,5 Prozent mehr Lohn für drei Jahre. Durch die Arbeitszeitverlängerung auf 40 Stunden verlieren die Mitarbeiter aber 2,6 Prozent.“

Von David Schröder

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