Glunz-Tarifstreit: Diesdorfer SPD-Vorsitzender Detleff Bill hat Streik-Erfahrung

Falls der Streik kommt: „Wir wissen, wie es geht“

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Der Diesdorfer Detleff Bill (l.) erwartet, dass es bei Glunz zu einem unbefristeten Streik kommt. IG-Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann stellte der Unternehmensleitung gestern ein unmißverständliches Ultimatum bis zum 4. Mai.

Nettgau. „Wir sind alle draußen. Es stehen alle Anlagen still“, berichtete Glunz-Elektriker Detlef Bill während des Warnstreiks auf dem Parkplatz des Spanplattenwerks bei Nettgau.

Die Belegschaft ziehe an einem Strang, meinte Bill, der in Diesdorf Vorsitzender des SPD-Ortsvereins ist.

Die 200 Streikenden versprühten gestern Optimismus. Bill betonte, dass es einige ältere Kollegen gebe, die schonmal länger gestreikt hätten. „Es gibt bei uns einige, die wissen wie es geht. Das ist kein Neuland“, sagte der Diesdorfer im AZ-Gespräch. Für Bill werde der Tarifstreit derzeit auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen, „und das ohne Not. Die Kürzungen sind wirtschaftlich nicht notwendig.“ Der SPD-Mann erinnerte zudem an frühere Zeiten, als das Gesprächsklima zwischen Unternehmensleitung und Gewerkschaft noch deutlich besser gewesen sei. „Damals haben wir einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung abgeschlossen“, sagte Bill. Dieses Angebot habe das Unternehmen diesmal ausgeschlagen.

IG Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann berichtete von ungemütlichen Gesprächen mit Glunz. „Dann müssen wir uns wohl die Nase blutig schlagen“, habe es dort von Seiten des Unternehmens geheißen. Hartmann äußerte sich in seiner Rede gestern vor den Glunz-Mitarbeitern demnach auch mehr als kämpferisch: „Wir werden keine Kürzungen beim Gehalt, Urlaubstagen oder Sonderzahlungen akzeptieren“, betonte Hartmann. Er erklärte zudem, dass auch an allen anderen Standorten der Glunz AG die Mitarbeiter zum Warnstreik oder außerordentlichen Betriebsversammlungen zusammen kamen. Nun entscheidet sich bis Mittwoch, 4. Mai, um 12 Uhr, ob die IG Metall zur Urabstimmung aufruft .

Der Diesdorfer Detleff Bill erwartet nun, dass es zu einem unbefristeten Streik kommt: „Ich glaube nicht an ein Einlenken der Unternehmensleitung.“

Von David Schröder

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