Kreisverwaltung Salzwedel testet Möglichkeit für weniger wichtige Strecken

Geringere Fahrbahnbreite: Neue Wege im Straßenbau

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Planer Thomas Sellge (3.v.r) und Kreisbauamtschef Andreas Freude (4.v.r.) erläutern Mitgliedern des Bauausschusses den geplanten Ausbau der Kreisstraße von Dähre nach Eickhorst.

Altmarkkreis. Die Straße von Dähre nach Eickhorst würde unter normalen Bedingungen vielleicht gar nicht ausgebaut, aber die Kreisverwaltung will künftig neue Wege gehen.

„Wir weichen von der bisherigen Bauform ab“, informierte Bauamtsleiter Andreas Freude während eines Vor-Ort-Termins am Mittwochnachmittag am Ortsausgang von Dähre. „Bisher sind lediglich vielbefahrene bzw. hochbelastete Straßen mit Fördermitteln ausgebaut worden. “.

Nun aber gibt es auch grünes Licht für eine Strecke, auf der täglich nur etwa 500 bis 600 Autos verkehren. „Das ist von der Wirtschaftlichkeit nicht optimal“, so Freude, „daher bauen wir die Straße nicht wie im Normalfall auf sechs, sondern nur auf 4,75 Meter Breite aus. Das reicht für den Pkw-Verkehr aus.“ Sollten sich auf dem 1258 Meter langen Abschnitt Lkw bzw. Landwirtschaftsmaschinen begegnen, so müssen diese eine von sechs 25 Meter langen Ausweichtaschen nutzen. Probleme sollte dies laut Freude und Planer Thomas Sellge aber nicht aufwerfen. Es gebe kaum ortsfremden Verkehr, so dass die Fahrer großer Gefährte die Ausweichzonen schnell kennen lernen.

Der Straßenausbau zwischen Dähre und Eickhorst werde dadurch kostengünstiger, hieß es. Um wie viel, wollte Andreas Freude noch nicht benennen. Das Bauamt sei noch in der Vorplanung, sagte er auf Nachfrage. Die Maßnahme sei aber noch für dieses Jahr eingeplant.

Für die Straße nach Eickhorst heißt der neue, schmalere Ausbau beispielsweise, dass die meisten Bäume stehen bleiben können. Es muss auch nur an der Nordseite angebaut werden. Die Fahrbahn soll zudem mit einer mindestens zwölf Zentimeter dicken Schicht überbaut werden.

Nach dem Bau der Fahrbahn will das Kreisbauamt die Verkehrsabläufe im Auge behalten. Bewährt sich das neue 4,75-Meter-Prinzip, so Andreas Freude, wolle man diese Bauform künftig auch Gemeinden für deren kommunale Straßen genehmigen. Weitere Kreisstraßen, die schmaler gebaut werden könnten, befinden sich im Bereich Altensalzwedel, Valfitz, Hanum, Wernstedt und Binde-Mechau.

Von Jens Heymann

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