Lokale Aktionsgruppe „Mittlere Altmark“ bereitet Projekte für 2017 vor

Leader-Förderung: Frischer Wind mit 85 neuen Vorschlägen

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Auch in Diesdorf wird ein neues Leader-Projekt starten: Es ist unter anderem der Ausbau des Obergeschosses in der Hopfendarre geplant.

Beetzendorf / Altmark. Im europäischen Leader-Förderprozess gibt es frischen Wind und zahlreiche neue Innovationen. Das wurde am Montag beim Informationsforum zum Leader-Jahr 2017 in Beetzendorf deutlich.

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) „Mittlere Altmark“ bereitete bei der Veranstaltung in der VG-Verwaltung am Marschweg sorgsam die nächste Förderphase vor.

Nach dem Ausbau des Dachgeschosses soll in das Hilmsener Atelierhaus weiter investiert werden.

Dutzende Projektvorschläge und Innovationen kamen auf den Tisch, wurden gemeinsam mit den rund 25 anwesenden Projektträgern sorgsam sondiert und abgewogen. „Unser Forum soll allen Interessenten einen Überblick zur Vorbereitung von geeigneten Leader-Vorhaben im Jahr 2017 geben. Bis Mitte September hatten Akteure aus der Region Mittlere Altmark die Möglichkeit, ihre Projektvorschläge bei der LAG einzureichen“, informierte Dr. Wolfgang Bock vom Leader-Management.

Matthias Düster in der Alten Darre in Diesdorf: Im kommenden Jahr sollen Leader-Mittel fließen.

85 Vorhaben liegen derzeit beim Vorstand der Aktionsgruppe zur Bewertung vor. „Die Entscheidung zur Prioritätenliste 2017 obliegt jedoch der Mitgliederversammlung der Lokalen Aktionsgruppe, die am Dienstag, 1. November, ab 15 Uhr in Krumke tagt. Beim Treffen am Montag stand zunächst im Wesentlichen das gegenseitige Kennenlernen der Projektträger samt deren Ideen sowie die mögliche Gruppierung der 85 Leader-Vorhaben im Vordergrund“, so Bock. Einige der Innovationen sind neu, andere Projekte werden konsequent weiter verfolgt, weil sie bereits teilweise umgesetzt wurden. Unter anderem sind im nächsten Jahr folgende Leader-Maßnahmen anvisiert: In der Diesdorfer Darre, dem zweitältesten klösterlichen Wirtschaftsgebäude Sachsen-Anhalts soll der Ausbau fortgesetzt werden. Im Diesdorfer Freilichtmuseum soll die Reihe „Natur im Garten“ umgesetzt werden. Erstmals soll es auch eine Kooperation mit Österreich geben. Zudem ist geplant, die marode Finnhütte unweit der Bockwindmühle abzureißen. Außerdem soll es eine Bestandsaufnahme der Museumsgebäude hinsichtlich ihres Sanierungsbedarfes geben. Weiterhin ist der Ausbau des Obergeschosses in der Hopfendarre geplant. In der Hansestadt Salzwedel ist angesichts der finanziellen Engpass-Situation der Stadt die Anzahl der Leader-Projekte 2017 überschaubar. Dennoch wolle man hier den Fuß für eventuelle Projekte weiter in der Tür haben, hieß es. Angepeilt ist für 2017 zunächst der Bau eines Wohnmobil-Stellplatzes.

Dr. Wolfgang Bock.

Der Träger der Salzwedeler Jeetze-Schule macht sich indes für das Natur-Projekt „Grünes Amphitheater“ stark, um die Schüler unter anderem an die Ökosysteme und an die Umwelt heran zu führen. In Hilmsen soll nach dem diesjährigen Ausbau des Dachgeschosses im Refugium des Künstlers Hans Molzberger, seiner Vereinsfreunde und Studenten weiter mit Leader-Mitteln gebaut werden. „Ziel ist unter anderem die Gestaltung des Werkstatt- und Atelierbereiches sowie die Sanierung der Sanitäranlagen zur Nutzung durch die Künstler-Gäste“, erklärte Dr. Wolfgang Bock. In Angriff genommen werden sollen in Hilmsen auch die Künstler-Kooperationsprojekte mit europäischen Partnern. Auch die Kirchen sind bei Leader mit im Boot.

Der evangelische Kirchenkreis Salzwedel und der evangelische Kirchenkreis Stendal feilen gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle / Saale am Projekt „Mittelalterliche Wandmalerei“. Der Leader-Manager wünscht sich bei der Projektgestaltung grundsätzlich auch mehr Engagement von Privatpersonen. „Auch solche Ideen können mit Leader-Mitteln gefördert werden“, so Bock.

Ein gutes Beispiel ist das Vorhaben des Jübarer Tierarztes Dr. Helge Loose. Nach Umbau und Umnutzung seines Vierseitenhofes sollen nun Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Auch mit dem Arendseer Kinder- und Jugenderholungszentrum (KiEZ) hat die Lokale Aktionsgruppe „Mittlere Altmark“ einen starken Partner. „Dort sollen aber in den kommenden Monaten erst einmal die begonnenen Projekte, wie zum Beispiel das Aktivhaus, fortgesetzt werden, bevor neue Vorhaben in Angriff genommen werden“, sagte Dr. Wolfgang Bock.

Von Kai Zuber

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