Avacon plant 106 Masten von Kunrau bis Tylsen / Neue Umspannwerke bei Jeeben und Leetze

Freileitungen statt Strom aus der Erde

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Auf der neuen Freileitungsstrecke zwischen Kunrau und Tylsen sollen bei Jeeben und Leetze zwei neue Umspannwerke entstehen. 

Leetze. Mittels neuer 110-Kilovolt-Freileitungen will die Avacon eine Lücke schließen, die sich bisher von dem Umspannwerk Kunrau bis zum Salzwedeler Ortsteil Tylsen erstreckt.

Darüber informierte Kommunalreferent Andreas Forke die Mitglieder des Kuhfelder Gemeinderates bei ihrer Sitzung am Dienstag.

„Das soll die Ver- und Entsorgungssicherheit erhöhen“, begründete Forke. In Zusammenhang mit den Bauarbeiten werden 106 Masten auf einer rund 34 Kilometer langen Strecke aufgestellt. Außerdem, so erläuterte Forke die Pläne der Avacon, werden bei den Orten Leetze und Jeeben neue Umspannwerke entstehen. In zwei Abschnitten sollen die Freileitungen fertig gestellt werden. Zunächst im Abschnitt Eins zwischen Kunrau und Jeeben. Im zweiten Abschnitt wird die Strecke dann von Jeeben bis Tylsen vervollständigt.

Zwischen 2018 und 2019 sollen die Freileitungen in Betrieb genommen werden. Dabei seien zehn Flurstücke der Gemeinde betroffen, wie Bürgermeister Frank Leskien informierte. Der Rat müsse entscheiden, ob die Stücke genutzt werden können. Sie haben die Möglichkeit sich im Rahmen des Planfeststellungsverfahren zu äußern.

„Der einzelne Mast ist sechs mal sechs Meter breit“, so Forke weiter. An dieser Stelle könne dann beispielsweise kein Ackerbau mehr betrieben werden. Ganz überzeugt schienen die Ratsmitglieder von den Freileitungen allerdings nicht. „Überall werden Erdkabel gefordert und bei uns sollen jetzt Freileitungen entstehen? Warum?“, fragte sich auch Ortschef Leskien.

Bei der oberirdischen Stromversorgung können die Ursachen von Störungen sehr viel schneller gefunden und behoben werden, nannte der Kommunalreferent der Avacon einen Vorteil. Nicht zuletzt, durch die zwei Systeme, die sich darauf befinden. Fällt eines aus, springt das andere ein und übernimmt die Arbeit. „Außerdem kosten Erdkabel fast das siebenfache einer Freileitung.“ Das Kabel im Erdreich habe zudem Auswirkungen auf Flora und Fauna. Denn sie erreichen eine Temperatur von 80 Grad Celsius. Im Winter würde die Schneeschicht schmelzen und Ackerpflanzen darunter kaputt frieren. Somit wäre die landwirtschaftliche Bewirtschaftung nur noch eingeschränkt möglich. Zudem dürften über den Leitungen keine Bäume und Büsche gepflanzt werden.

Nun soll das Großprojekt in einem Planfeststellungsverfahren überprüft werden. Dabei werden Belange wie Naturschutz, Landwirtschaft und privates Eigentum abgewägt und die Argumente, die für oder gegen das Bauvorhaben sprechen, berücksichtigt. Zudem gab es bereits Gespräche mit weiteren Grundstückseigentümern.

Von Melanie Friedrichs

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