IG Metall stellt sich auf harten Tarif-Konflikt ein

Erster Warnstreik bei Glunz-Werk Nettgau

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Hunderte Glunz-Mitarbeiter legten heute für fast drei Stunden die Arbeit nieder.

Nettgau. Hunderte Mitarbeiter des Nettgauer Werks der Glunz AG sind heute dem Warnstreikaufruf der Industriegewerkschaft (IG) Metall gefolgt. Sie legten von 12. 30 bis 15 Uhr die Arbeit nieder und versammelten sich vor den Werkstoren.

Gegen 13 Uhr stieg kein Rauch mehr aus den weithin sichtbaren Schornsteinen auf, die Produktion stand still. Zahlreiche Lkw-Fahrer mussten längere Wartezeiten beim Abladen hinnehmen und warteten vor dem Werk.

Ein Streik hatte sich in den vergangenen Wochen mehr und mehr abgezeichnet. Die IG Metall betonte zunächst noch die sogenannte Friedenspflicht, solange Gespräche mit der Glunz-Geschäftsführung liefen. Doch am 7. März wurden diese ergebnislos abgebrochen und in der Folge der Arbeitskampf gewählt.

Für die betroffenen Mitarbeiter geht es um einiges: Sie sollen länger arbeiten, auf Urlaubstage und Lohnerhöhungen verzichten. Im Gegenzug schließt ihr Arbeitgeber für zwei Jahre betriebsbedingte Kündigungen aus. Glunz-Anwalt Thomas Pavel sowie Personaldirektor Bernd Hartmann hatten gegenüber der AZ gesagt, dass das Unternehmen hohe Verluste einfahre. Daher müsse bei den Fixkosten, sprich beim Personal eingespart werden. Bei anderen Ausgaben, wie etwa Material, könne hingegen nicht viel gemacht werden.

Genau dies sahen IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine und viele weitere Redner heute anders. Meine sagte zu den Streikenden: „Sie wollen euch in die Tasche greifen. Der Geschäftfsührung sollte aber klar sein: Ohne Tarifvertrag gibt es keine Spanplatten.“ Der Bezirksleiter warnte zudem: „Unsere Streikkasse ist prall gefüllt.“

Lesen Sie am Donnerstag im E-Paper und in der Printausgabe der Salzwedeler Altmark-Zeitung mehr zum Streik bei Glunz.

Streik bei Glunz in Nettgau

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