Grenzschild bei Gladdenstedt ist kein schöner Anblick

Erinnerung voller Moos und Dreck

+
„Hier waren Deutschland und Europa bis zum 2. Februar 1990 um 15.40 Uhr geteilt.“ Die Unterrichtstafel bei Gladdenstedt wurde im September 2009 aufgestellt. Heute ist das Schild voller Moos, Grünspan und Dreck.

klü Gladdenstedt. Sie stehen an Übergängen zwischen Ost und West und erinnern an die Teilung Deutschlands sowie die Zeit der Wende.

Doch wie wird derzeit mit dem Erbe und der Erinnerung an die deutsche Geschichte umgegangen?, fragt man sich zum Tag der Deutschen Einheit am Montag. Denn die Unterrichtstafel zwischen Gladdenstedt und Radenbeck an der Kreisstraße 1119 / K 23 ist voller Grünspan, Moos und Dreck. Für Autofahrer, die die ehemalige Grenze überqueren, kein schöner Hinweis. Am 29. September 2009 wurde das Schild als erstes von vielen in Sachsen-Anhalt gemeinsam von Landrat Michael Ziche, Verbandsgemeindebürgermeisterin Christiane Lüdemann und Anwohnern eingeweiht.

Landrat Ziche fand während der Feierlichkeit vor sieben Jahren für das Aussehen – die Teilung ist durch eine Linie verdeutlicht und das genaue Datum der Grenzöffnung vermerkt – lobende Worte: „Der Betrachter soll nicht einfach nur daran vorbeifahren, sondern zum Nachdenken angeregt werden.“ Aber ob das nachdenkliche Betrachten der Erinnerungstafel bei dieser Verschmutzung überhaupt noch möglich ist?

Kommentare