Hitze und Schädlinge machen Baumriesen zu schaffen

Eichen im Stress

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Die uralte Dorfeiche in Drebenstedt ist vergleichsweise gesund. Dort hat es keinen Verjüngungsschnitt gegeben.

Stöckheim / Drebenstedt. Die lang anhaltende Hitze, der Klimawandel und die Fraßgesellschaft aus Frostspanner und Eichenwickler machen derzeit vor allem allein stehenden Eichen, so genannten Solitärbäumen, zu schaffen.

Doch das Problem ist laut aktuellem Landeswaldzustandsbericht komplex, denn auch Bodenverdichtung und Standort seien demnach für den Gesundheitszustand der Eichen entscheidend.

So lange sich die Baumriesen gegenseitig, in Gruppen oder Alleen stehend, selbst Schatten spenden, sei die Lage weniger kritisch. So zum Beispiel in Diesdorf.

Doch an der Mehmker Kirche wurde bei der Dorfeiche Hand angelegt. Ein Verjüngungsschnitt, so meinten Experten, könnte noch einmal die Lebensgeister des Baumes wecken. In Mehmke und auch bei der großen Dorfeiche auf der kleinen Stöckheimer Verkehrsinsel wurde dies mit dem Stutzen der Äste auch versucht. Jedoch mit mäßigem Erfolg. Das Hauptproblem in Stöckheim: Rings um den Baum versiegelt und verdichtet Bitumen den Untergrund und verhindert so das Eindringen von Wasser. Beide Solitär-Bäume sind akut gefährdete Komapatienten. Das trockene Klima und die geringen Niederschläge stressen die Eichen. Auf vielfältige Weise werde die Wasserversorgung der Bäume beeinträchtigt, meinen die Autoren des Waldzustandsberichts.

Von Kai Zuber

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