„Entwicklung im Auge behalten“

CDU-Landtagsabgeordneter Borchert will bei Standortförderung aktiv werden

+
Im Werk der Glunz AG in Nettgau ist diese Fördermittel-Bindefrist noch nicht abgelaufen. Viele Landespolitker verfolgen die Standortentwicklung an mehreren Orten in Sachsen-Anhalt aufmerksam.

Nettgau / Jübar. Vor dem Hintergrund der geplanten Schließung des Backwarenherstellers Fricopan in Immekath nach Ablauf der Bindefrist für die Fördermittel beobachten viele Landespolitiker derzeit besonders aufmerksam die Entwicklung auch an anderen Standorten des Landes Sachsen-Anhalt.

Speziell in der Altmark gibt es Standorte mit ähnlichen betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen.

„Wir werden daher ganz genau auch die Entwicklung bei der Glunz-AG in Nettgau im Auge behalten“, sagte CDU-Landtagsmitglied und Jübarer Ortschef Carsten Borchert der AZ. Und der Politiker ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich werde mich jetzt umgehend mit unserem Bundestagsabgeordneten Jörg Hellmuth in Verbindung setzen. Ziel muss es doch sein, zu prüfen ob es nicht möglich ist, effektive bundesweit wirkende Systeme zu schaffen. Nur so kann verhindert werden, dass eine Standort-Förderung womöglich eine andere beeinträchtigt oder zerstört“, so Borchert.

Bereits im Vorfeld hatte es hinsichtlich der Ereignisse bei Fricopan und dem Mutterkonzert Aryza bei führenden Landtagsabgeordneten Einigkeit darüber gegeben, die Förderrichtlinien für Unternehmensansiedlungen – besonders von Tochtergesellschaften – zu verändern (wir berichteten). Carsten Borchert sprach sich bereits dafür aus, kluger Weise die Förderrichtlinien länderübergreifend zu gestalten und zu kontrollieren. Viele Politiker fordern bereits generell die Verlängerung der Landesgeld-Bindefrist auf mindestens zehn Jahre. Im Werk der Glunz AG in Nettgau ist diese Fördermittel-Bindefrist bislang noch nicht abgelaufen.

Dennoch rumorte es kürzlich in dem holzverarbeitenden Werk, als sich dessen Mitarbeiter erfolgreich für die Wiederverpflichtung des Managements zu der zunächst aufgekündigten Tarifbindung stark machten. Doch auch infrastrukturell gibt es Neuigkeiten in der unmittelbaren Nähe des Glunz-Werkes: Die Gemeinde Jübar hat im aktuellen Haushalt rund 10 000 Euro zur Erneuerung der Straße vom Gladdenstedter Kreisel zum Glunz-Werk eingestellt. Die Kommune ist Träger der Straße.

Wegen der vielen Schäden dort musste die Geschwindigkeit sogar schon auf Tempo 30 gedrosselt werden. Bislang wurden an der Straße immer nur die Löcher geflickt. Nun jedoch müssen die Bankette ausgebaut und die Ableitung des Oberflächenwassers verbessert werden, um weitere Schäden an der Fahrbahn zu vermeiden. Das Glunz-Werk will etwa 5000 Euro der Sanierungskosten übernehmen. Der Altmarkkreis Salzwedel unterstütze die Finanzierung des Projektes mit rund 2000 Euro, hieß es.

Von Kai Zuber

Kommentare