Am Freitag endet Saison im Stölpenbad: Über 30 000 Besucher / Noch zwei Tage im 28 Grad warmen Wasser planschen

Burkini-Premiere in Beetzendorf

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Über 30 000 zufriedene Gäste: Aus Sicht von Claus Müller und seiner Kollegin Petra Wiese war der Sommer im Beetzendorfer Stölpenbad überaus erfolgreich.

Beetzendorf. Was hätten die Erbauer des Beetzendorfer Stölpenbades wohl dazu gesagt? In diesem Sommer erlebte das beheizbare und frisch sanierte Bad eine besondere Premiere: Einige Frauen tauchten, bekleidet mit einem so genannten Burkini, in das Wasser.

In solch einem Burkini badeten die weiblichen Gäste aus Köln im Stölpenbad.

„Sie waren offenbar aus Köln hier in Beetzendorf zu Besuch“, sagte Claus Müller vom Team des Stölpenbades. So etwas hatte Müller bislang wohl nur im Fernsehen gesehen. Der Burkini (auch Burqini oder Bodykini) ist ein meist zweiteiliger Schwimmanzug für muslimische Frauen. Er ist üblicherweise aus Elastan gefertigt und hat eine integrierte Kopfbedeckung, die als Hidschab fungiert. Der Begriff Burkini ist sprachlich gesehen ein Kofferwort aus Burka und Bikini. Claus Müller zeigte sich zunächst verdutzt: „Der Stoff des Ganzkörper-Badeanzuges ist aber der selbe, wie bei der üblichen Badehose oder dem Bikini.“ Statt eines Badeanzugs oder Bikinis tragen Muslima zum öffentlichen Schwimmen eben den Burkini. Von dieser, für deutsche Verhältnisse, neuen Mode konnten sich in der Saison auch die Beetzendorfer ein reales Bild machen.

Denn immerhin: Im französische Urlaubsort Cannes an der Côte d’Azur ist das Tragen eines Burkini nach hitziger öffentlicher Debatte untersagt worden. Eine kommunale Verordnung vom 28. Juli weist darauf hin, dass „jede Strandbekleidung, die ganz offensichtlich eine Religionszugehörigkeit demonstriert, verboten“, ist. „Dieses Verbot für „stoffreiche Badeanzüge“ gibt es allerdings in Beetzendorf nicht.

„Darüber haben wir uns überhaupt keine Gedanken gemacht“, sagte Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe auf Anfrage der AZ sichtlich überrascht. Die Kommune sei grundsätzlich tolerant und weltoffen, hieß es.

Aus Sicht von Claus Müller und seiner Kollegin Petra Wiese war der Sommer im Stölpenbad überaus erfolgreich: Seit der Saisoneröffnung strömten 30 000 Besucher in die beliebte Freizeiteinrichtung. Am kommenden Freitag, 30. September, ist die Saison 2016 zu Ende. Bis dahin ist das Stölpenbad aber von 10 bis 19 Uhr geöffnet. „Die Heizung wird im Winter abgestellt“, informierte Claus Müller. Bis zum Freitag wird die Temperatur im Wasser konstante 28 Grad betragen. „Wir sind mit der Badesaison sehr zufrieden“, so Köppe.

Von Kai Zuber

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