Aus Tarif ausgestiegen / IG Metall fordert Kehrtwende

Glunz AG: Belegschaft will auf keinen Cent verzichten

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Das Nettgauer Glunz-Werk beschäftigt etwa 400 Menschen. 313 von ihnen fielen bislang in den Branchentarifbereich, aus dem das Unternehmen gestern ausgestiegen ist.

hey Nettgau / Wolfsburg. Die Glunz AG in Nettgau geht derzeit durch eine turbulente Phase. Gestern hat die Geschäftsleitung den Austritt aus dem Tarifbereich des Arbeitgeberverbandes für Holz und Kunststoff in Sachsen-Anhalt vollzogen.

Damit geht die Unternehmensspitze auf Konfrontation mit der Industriegewerkschaft (IG) Metall Wolfsburg (wir berichteten).

Dieter Pfeiffer, IG Metall.

„Wir fordern die Glunz AG auf, einen Haustarifvertrag abzuschließen“, erklärte Metall-Gewerkschaftssekretär Dieter Pfeiffer. Außerdem sollen wieder Verhandlungen über den Angleich an die Tarifbestimmungen der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie in Niedersachsen aufgenommen werden. Diese Forderungen sind das Ergebnis einer Gewerkschaftsmitgliederversammlung, die jüngst bei der Glunz AG abgehalten wurde. Auch Betriebsratsvorsitzender Axel Krüger will nicht nachgeben: „Die Beschäftigten sind bereit, für diese Forderungen zu kämpfen. Unsere Kollegen werden auf keinen Cent verzichten.“

Die Gewerkschaft wollte in der aktuellen Tarifrunde bislang fünf Prozent mehr Lohn sowie eine Regelung für den flexiblen Übergang in die Rente durchsetzen. Diesem Vorhaben machte die Glunz AG mit dem Austritt aus dem Tarifbereich einen Strich durch die Rechnung. Im Nettgauer Werk sind rund 400 Menschen beschäftigt.

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