Trinkwasserschutzgebiet bei Leetze und Hohenlangenbeck geplant / Einige Bedenken

„Bei Ausfall gibt es keinen Ersatz“

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Die geplante Trinkwasserschutzzone befindet sich nördlich von Hohenlangenbeck und östlich von Leetze.

Leetze / Siedenlangenbeck. „Trinkwasser benötigt jeder“, erklärte Herbert Halbe, Amtsleiter für Wasserwirtschaft im Altmarkkreis, dem Gemeinderat Kuhfelde am Dienstagabend.

Damit auch die Einwohner der Gemeinde weiterhin auf eine hohe Qualität ihres Trinkwassers vertrauen können, stellte der Verband Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA) einen Antrag, dass östlich des Ortsteiles Leetze ein Schutzgebiet errichtet wird.

Allerdings nur in der Kategorie der Schutzzone drei. „Es herrschen besondere Bedingungen vor. Die Brunnen liegen in Waldgebieten und somit gut geschützt. Zudem sind sie sehr tief“, erklärt Halbe die Entscheidung. Wird das Schutzgebiet errichtet, bedeutet das für Anwohner allerdings auch entsprechende Nutzungsbeschränkungen. Zum Beispiel das Errichten und Erweitern von Drainagen, was vor allem bei Ratsherr Matthias Klopp Bedenken verursachte, da auch viele landwirtschaftliche Flächen betroffen sind. „Wir brauchen die Drainagen. Zwar haben aktuelle Anlagen Bestandsschutz, aber was ist, wenn sie veralten?“, wollte er wissen. Der Bestandschutz gelte auch für Instandssetzungsmaßnahmen, so Halbe. Damit dürfen sie zu einem späteren Zeitpunkt auch erneuert werden. „Nichtsdestotrotz werden die Flächen schlechter verpachtbar“, war Klopp wenig überzeugt. Denn falls tatsächlich bei einer Kontrolle eine hohe Schadstoffbelastung festgestellt würde, muss die landwirtschaftliche Bewirtschaftung eingeschränkt werden, räumte der Amtsleiter ein. Dann gebe es aber eine entsprechende Entschädigung.

Auch das Thema Versickerungsgruben, sogenannte Kleinkläranlagen, wurde angesprochen. „Eine direkte Versickerung des Abwassers verbietet sich ja von selbst. Derjenige, der eine Kleinkläranlage besitzt, ist bereits jetzt dazu verpflichtet, diese sachgerecht zu betreiben. Das hat mit der Schutzzone nichts zu tun“, versuchte der Amtsleiter die Sorgen des Rates zu zerstreuen. Zudem betonte er: „Wenn die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde ausfallen würde, hätten wir keinen kurzfristigen Ersatz. Da müssten Sie sich darüber klar werden, was das bedeuten würde. Zehn Liter Wasser maximaler Verbrauch pro Tag und Einwohner.“

Von Melanie Friedrichs

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