Traditionelles Schaumähen mit Musik, Vesper und Feldgottesdienst

Altes Brauchtum wird in Diesdorf gelebt

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Zu einem schweren Erntetag gehörte für die Helfer natürlich auch eine deftige Vesper. Denn viel Arbeit macht viel Hunger und Durst. Die Mitstreiter im Freilichtmuseum pausierten im Schatten.

Diesdorf. „Wir wollen diese alte Arbeitsweise der Nachwelt erhalten“, machte Diesdorf Museumschef Dr. Jochen Hofmann gestern deutlich. Er konnte bei der traditionellen Roggenernte auf viele Mitstreiter setzen.

Uwe Körner (l.) mit Maschinist Walter Faescke mit einem Deutz D255, Baujahr 1959, und einem Handableger.

Die Dährer Karnevalsgesellschaft und weitere Freiwillige schlüpften in historische Kostüme. Sie stiegen damit auf alte Erntemaschinen und nahmen ursprüngliche Gerätschaften in die Hand. Das Ziel war klar: Demonstrieren, wie frühere Generationen die Ernte einbrachten, um damit nicht nur ihre Familien zu ernähren.

Besucher kamen in das Freilichtmuseum, um hautnah dabei zu sein. Die Gäste bestaunten dabei den ganzen Tag über zum Beispiel die Alttechnik. Dazu gehörten die Traktoren Primus P22 und Deutz D255. Beide sind mit Handableger ausgerüstet. Aber auch Flügelableger und Mähbinder waren in Aktion zu sehen. Klaus Merda wies per Lautsprecher akustisch durch den Ernteablauf. Dann folgte eine Vesperpause am Ackerrain. So wie einst, ging es sehr rustikal zu. Zum Arbeiten an diesem Tag gehört aber auch das Feiern. Die Knechte und Mägde bekamen zu Vergodendeel einen kleinen Teil der Ernte.

Musikalische Unterstützung für den schweißtreibenden Erntetag gab es von der Salzwedeler Stadtkapelle.

Nach dem Abtanzen der letzten Garbe zu Klängen der Stadtkapelle Salzwedel folgte ein Feldgottesdienst mit Pastor Silvio Scholz. Scholz erinnerte dabei daran, dass dieser Brauch früher zum Leben auf dem Lande fest dazugehörte. Leckere Spezialitäten aus dem Backhaus, Mitmachaktionen für Kinder, Schmiedevorführungen, Fahrten mit der Ponykutsche und Führungen durch die alte Bockwindmühle rundeten das Schaumähen gestern ab. Museumschef Dr. Jochen Hofmann lobte einmal mehr die Dährer Karnevalisten und alle Helfer, die diesen Tag wieder so hervorragend mitgestaltet haben.

Von Rüdiger Lange

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