Null Balken im ganzen Ort

Im Tal der Ahnungslosen: Kein Handy-Empfang in Mehmke  

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Lara Schnaugst (l.) und Jennifer Krahl sind genervt vom Funkloch. Sie klettern auf die Trittbretter des Feuerwehrautos, um zumindest einen Signal-Balken auf ihren Smartphones zu erhaschen.

Mehmke. Wie im „Tal der Ahnungslosen“ fühlen sich die Mehmker. Und das eigentlich schon, seit es Mobiltelefone und Funknetze gibt. Seitdem nämlich machen die Empfangssignale sämtlicher Mobilfunknetze einen Bogen um den Diesdorfer Ortsteil.

Ein vergleichbares Funkloch gibt es in der Region eigentlich nur noch im Forst Vier zwischen Diesdorf und Waddekath. „Null Empfangsbalken im ganzen Ort“, heißt es im Jugend-Jargon. Sämtliche Handys zeigen „null Balken“. Vor allem die junge Smartphone-Genaration ist geschockt.

Während des Verbands-Orientierungs-Marsches der Jugend- und Kinderfeuerwehren waren Kids aus dem gesamten Altmarkkreis vom vermutlich dunkelsten Funkloch der westlichen Altmark sichtlich gestresst. Egal, ob SMS-Nachrichten, WhatsApp, Facebook oder Messenger: „Es gibt keine Chance, hier irgendwo ein mobiles Signal zur vernetzten Welt zu bekommen. Wir sind hier nahezu von der Außenwelt abgeschnitten“, sind Lara Schnaugst und ihre Freundin Jennifer Krahl frustiert, die mit der Jugendwehr Jübar in Mehmke zu Gast waren.

Um wenigstens einen Empfangs-Balken auf ihrem Smartphone ergattern zu können, würden sie am liebsten auf das rote Dach ihres betagten Gladdenstedter Feuerwehrautos klettern. Doch das erlaubt Jübars Jugendwart René Brückner wegen des Unfallschutzes natürlich nicht.

Bereits seit Jahren ist Mehmke im Funkloch und kein Ende in Sicht. Immerhin: Die Dörfler kennen einige wenige geheime Stellen im Ort, wo zumindest „Notempfang“ herrscht – je nach Wetterlage. „Der beste Empfang in Mehmke ist eigentlich nirgends“, fasst Mehmkes Ortswehrleiter Erik Bühmann das Problem zusammen. Mehmke liegt etwas im Tal. Daher ist selbst ein schwaches Empfangssignal in der Ortsmitte nahe der Kirche so gut wie ausgeschlossen.

Auch im benachbarten Wüllmersen ist der Empfang miserabel. „Überall ringsumist das Signal besser: In Stöckheim auf dem Berg, in Abbendorf und selbst in Hohengrieben“, so Bühmann. Beschwerden an die Adressen der zuständigen Mobilfunk-Anbieter hat es im Ort schon zuhauf gegeben. Bislang ohne Erfolg.

Von Kai Zuber

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