Junges Gesundheitszentrum für Apenburg-Winterfeld ist Projekt-Idee bei Leader

Ein Ärztehaus ist das Ziel

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Die Altmark ist ein weißer Fleck auf der Landkarte – zumindest auf der Internetseite der Koordinierungsstelle für die Weiterbildung von Fachärzten in der Allgemeinmedizin (KOSTA). Für Ninett Schneider (kl. Foto) aus Winterfeld ein nicht haltbarer Zustand.

Apenburg-Winterfeld. Nicht einen sondern gleich zwei Ärzte will eine Arbeitsgruppe (AG) des Apenburg-Winterfelder Gemeinderates in die Region locken. Je zweimal hat die AG einen Antrag auf Leader-Förderung über 300 000 Euro gestellt.

Spätestens eine Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hatte die Ratsmitglieder wachgerüttelt. „Darin werden drei Praxisschließungen in den letzten Jahren genannt. Zudem wird klar gesagt, dass die verbliebenen Praxen in der Region dies nicht mehr kompensieren, also kaum noch Patienten aufnehmen können“, berichtet Ninett Schneider. Gemeinsam mit den Ratsmitgliedern Bernd Benecke, Jürgen Ulrich und Bürgermeister Harald Josten hatte sie sich intensiv mit dem Ärztemangel auseinandergesetzt und eine Projektidee entwickelt.

„Wir wollen zwei jungen Absolventen hier eine gute Möglichkeit zur Arbeit als Allgemeinmediziner bieten“, erklärte Schneider. Es gehe vor allem darum, dass diese nicht durch das Klischee-Bild des Landarztes abgeschreckt werden – Dienst rund um die Uhr, kaum Freizeit. „Die Angst allein dazustehen, hält viele junge Ärzte ab“, glaubt Schneider. Die Ratsfrau hat sich zu dem Thema fachliche Hilfe gesucht.

„An der Uni Halle gibt es eine Allgemeinmedizinerklasse, die bereits ab dem ersten Semester auf die Arbeit als Hausarzt vorbereitet. Gespräche mit der Uni und der KV ließen die Idee reifen, in der Gemeinde ein Ärztehaus vorzuhalten. „Zwei junge Ärzte die kooperieren, also sich zum Beispiel Dienste aufteilen – das ist unser Projektvorschlag“, erklärt Ninett Schneider weiter. „Wenn, dann machen wir das richtig“, betont sie mit Blick auf den Förderbetrag. Nur damit könnte die Gemeinde das Vorhaben stemmen. Allerdings muss es kein kommunales Projekt bleiben, auch ein privater Träger ist aus Sicht der AG denkbar.

Schneider warnt allerdings auch vor zu großen Hoffnungen. Erst müssten die Leader-Mittel bewilligt werden, dann werde der Rat entscheiden. „Auch wenn das nicht passiert, bleiben wir aber dran.“

Eins ist der Winterfelder Ratsfrau aber auch klar: „Wir haben in der Sache viele Jahre geschlafen.“ Allgemein wünscht sich Schneider, dass beim Thema Demographischer Wandel mehr agiert und nicht nur reagiert wird.

Von David Schröder

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