Verletzte in Mechau mussten auf Hilfe warten

Zweiter RTW brauchte lange 35 Minuten

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Hilfe kam, aber es dauerte länger als die Vorgaben es vorschreiben: Dass sich die Rettungssanitäter des ersten Wagens um beide Verletzte kümmerten, war eine Entscheidung vor Ort. Dennoch werden für zwei Verletzte zwei Autos gebraucht.

Arendsee / Mechau. Aufregung am Sonntag beim Kreisoberligaspiel zwischen der SG Eintracht Mechau und dem SV Mieste. Zwei schwere Verletzungen erforderten medizinische Hilfe.

Doch was die Verantwortlichen und Spieler erlebten, hat mit den vorgegebenen Einsatzzeiten nichts zu tun. Denn: Im ersten Fall hatte ein Mechauer Spieler einen Miester mit den Stollen am Kopf verletzt. Es war eine Platzwunde zu sehen, später sollte sich herausstellen, dass der Spieler ein Schädelhirntrauma erlitten hatte. Ein Notruf wurde abgesetzt. Der Rettungstransportwagen kam nach 24 Minuten, ohne Notarzt. Die Besatzung kümmerte sich aber zunächst um einen Mechauer Spieler, der sich in der Zwischenzeit ebenfalls schwer verletzte und seine Beine nicht mehr bewegen konnte. Danach wurde dem Miester Spieler, der durch seine Betreuer bereits einen Kopfverband erhalten hatte, geholfen. Der zweite gerufene Rettungswagen traf nach 35 Minuten vor Ort ein. Aber auch ohne Notarzt.

„Viel zu viel Zeit ist verstrichen, keiner wusste genau um die Verletzungen, da kann es in dem langen Zeitraum auch mal zu Schlimmerem kommen“, so Henning Lehmann, zweiter Vorsitzender der SG Mechau. Nach Recherchen der AZ ist im Rettungsdienstbereitschaftsplan eine Hilfsfrist definiert. Diese besagt, dass zwischen Eintreffen des Notrufes in der Leitstelle und dem Eintreffen der Rettungskräfte am Zielort zwölf Minuten vergehen dürfen, mehr nicht. Der Notarzt, so heißt es weiter, muss in 20 Minuten den Einsatzort erreicht haben.

Die AZ fragte gestern im Altmarkkreis Salzwedel, dem Träger des Rettungsdienstes im Fall Mechau, nach. Dort hieß es, dass in jedem Fall der Landkreis Stendal, die dort ansässige Leitstelle, Auskunft darüber geben kann. Das war aber nicht der Fall, die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle verwiesen auf ihren Chef, der aber nicht vor Ort war. Auch die Pressestelle beim Landkreis Stendal war nach mehreren Versuchen nicht zu erreichen. Im Rettungsdienstbereitschaftsplan heißt es weiter: „Bei Überschreitung der Ausrückzeit hat die Leitstelle zu reagieren.“

Den beiden Fußballspielern konnte geholfen werden. Doch nach Ansicht der Verantwortlichen im Mechauer Verein und der Zuschauer sei es eine Zumutung, „so lange auf einen Wagen warten zu müssen“, meint Lehmann. Zumal Mechau zentral zwischen Arendsee und Salzwedel liege.

Von Harry Güssefeld und Renee Sensenschmidt

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