Bürgerantworten: Heimische Wirtschaft als oberste Priorität

Zukunftskompass Arendsee: „Wir haben nun eine Richtung“

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Die heimische Wirtschaft verbunden mit der Sicherung von Arbeitsplätzen liegt den Einwohnern besonders am Herzen.

Arendsee. Gesicherte Arbeitsplätze und die Möglichkeit für ansässige Firmen, sich zu entwickeln, Investitionen in Kindertagesstätten und Schulen, eine Anbindung an die A 14 – mit der Aktion „Zukunftskompass“ sollten die Einwohner der Einheitsgemeinde Arendsee Prioritäten setzen. 

Damit sollten sie der Verwaltung helfen, einen Ansatz zu entwickeln, wie eine Handlungsstrategie bei der klammen Haushaltslage aussehen könnte. 

Die Ergebnisse wurden am Sonnabend im Leppiner Dorfgemeinschaftshaus vorgestellt und erhielten von den anwesenden Vertretern aus Politik, Verwaltung, ansässigen Unternehmen und Vereinen in den meisten Fällen zustimmendes Nicken.

„Wir haben nun eine Richtung für den Hafen, wo wir hinwollen“, fasste Bürgermeister Norman Klebe zusammen. Ihn stimmte das abschließende Ergebnis optimistisch. Um die 250 Fragebögen wurden ausgewertet und in die Statistik von Prof. Dr. Dirk Furchert aufgenommen. Was dem Experten bei der Zusammenarbeit besonders auffiel: „Die Kommunikation im Inneren fehlt. Viele wussten nichts von den Projekten der anderen. Die Region hat viele Potenziale, aber es wird wenig gemeinsam darüber gesprochen.“

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Neue Lösungsansätze sollen überzeugen

„Die Frage, wie repräsentativ diese Umfrage ist, lässt sich nicht mit der Menge an Antworten beantworten“, betonte Prof. Dr. Dirk Furchert, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft, die das Projekt „Zukunftskompass“ in Arendsee begleitet hat. 

An der Umfrage, bei der die Einwohner der Einheitsgemeinde ankreuzen sollten, welche Bereiche für sie wichtig sind – ob Bildung, Kultur, Wirtschaftsförderung usw. – hatten sich nur rund 250 der knapp 7000 Arendseer beteiligt. Die Antworten wurden nun am Sonnabend in Leppin ausgewertet. 

Prof. Dr. Dirk Furchert leitet gemeinsam mit seiner Kollegin Antje Meißner die Aktion „Zukunftskompass“.

Viel wichtiger sei es, so Furchert, dass aus jedem Teil der Bevölkerung Stimmen abgegeben wurden, damit sich ein aussagekräftiges Gesamturteil fällen lässt. Das sei beim „Zukunftskompass“ in der Tat der Fall. Konkret untersucht wurde beispielsweise nach Alter, Geschlecht und der Wohndauer. Die höchste Beteiligung hatte die Kernstadt selbst, dicht gefolgt von den Dörfern Kleinau, Dessau und Lohne. Doch egal, ob die Befragten erst seit kurzer Zeit oder schon seit mehr als 35 Jahren in der Gemeinde wohnen: „Das Thema Nummer eins ist die Förderung der Wirtschaft“, so Dirk Furchert. Insgesamt 77 Prozent der Befragten setzten dort ihr Kreuzchen bei „äußerst wichtig“. 

Im Raum stand bei der Auswertung also die Frage, was passieren muss, damit der Tourismus boomt, welche Potenziale die Landwirtschaft besitzt und wie auch andere Trends genutzt werden können. „Natürlich kann man daraus kein fertiges Konzept für die nächsten zehn Jahre entwickeln“, musste Furchert zugeben. Der nächste Schritt sei daher, die Lösungsansätze in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat zu konkretisieren. Dafür sei es auch wichtig, aus Dörfern und Stadt eine Einheit zu bilden, was bisher noch nicht so gut gelungen sei. 

„Dass man sich zu wenig austauscht, ist mir während der Umfrage aufgefallen“, äußerte sich Arendsees Bürgermeister Norman Klebe. Das soll in Zukunft besser laufen, sodass Einwohner auch Ansprechpartner für Projektideen haben. Vor Klebe liege nun eine besonders schwierige Herausforderung, schätzte Dirk Furchert am Sonnabend ein. „Die Frage ist, ob man Konsolidierung so betreiben sollte, wie es das Gesetz vorgibt und alle freiwilligen Ausgaben streicht. Das ist nämlich der falsche Ansatz.“ Die Aufgabe des Bürgermeisters sei es daher, die Kommunalaufsicht von anderen, neuen Lösungsvorschlägen zu überzeugen. Ein Vertreter der Kommunalaufsicht des Altmarkkreises war am Sonnabend trotz Einladung übrigens nicht anwesend.

Von Melanie Friedrichs

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