Arendseer Lehrpfad wirkt vergessen

Wildwuchs wuchert über Naturinfos

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Wer zu den Hinweistafeln möchte, die über heimische Flora und Fauna informieren, muss erstmal durch den Wildwuchs.

Arendsee. Pflanzen breiten sich aus und verhindern damit, dass Interessierte mehr über sie erfahren. Denn wer Details zur Flora und Fauna lesen möchte, muss sich auf dem städtischen Natur- und Erlebnispfad erstmal durch Wildwuchs kämpfen und wird dann enttäuscht.

In Schaubereichen lässt sich auch mit Mühe nur noch Gras erkennen. Einige Holztafeln sind inzwischen sogar leer und wirken damit deplatziert.

Doch in den Schaubereichen ist nicht besonders viel – wie in diesem Fall von den Ameisen – zu erkennen.

Die ausgeschilderte Strecke gibt es schon seit einigen Jahrzehnten, 2014 wurde sie im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme neu gestaltet. Neben aktuellen Informationstafeln entstand ein Aussichtsturm als Ersatz für den maroden Vorgänger. Der Naturpfad erstreckt sich vom Lindenpark bis zum einstigen Faulen See. Ausgerechnet der Anfangsbereich – der sich zwischen Arendsee und Genzien befindet – mit mehreren Hinweisschildern direkt neben einander, wirkt besonders verwahrlost. Viele Touristen merken davon aber nichts. Neben der Pflege wird auch die Werbung offensichtlich vernachlässigt. Weder auf der Stadthomepage noch auf der Internetseite, die die Luftkurort Arendsee GmbH betreut, gibt es Hinweise. Die AZ fragte gestern bei Bürgermeister Norman Klebe nach, welche Pläne die Kommune mit dem Natur- und Erlebnispfad verfolgt. „Den Hinweis, dass er ungepflegt ist, haben wir bereits von einem Einwohner bekommen“, erklärte er. Der Wirtschaftshof soll sich, wenn es zeitlich passt, darum kümmern. Beim zweiten Part, dem Marketing, könnte die kommunale Touristinfo helfen.

„Es stimmt, wir machen wirklich zu wenig Werbung dafür. Am Montag gibt es eine Besprechung mit der GmbH. Dann werde ich das Thema zur Sprache bringen“, kündigte das Stadtoberhaupt an. Im Tourismusbereich des Internetauftritt gibt schon einen passenden Angebotspunkt inklusive den Hinweis, dass Arendsee ein „Wandernest“ ist. Dort werden auch verschiedene Wege dargestellt, der Natur- und Erlebnispfad fehlt allerdings komplett. Genauso wie der Lehrpfad, der vom Ortsteil Kassuhn aus zu erreichen ist. Dieser wurde ehrenamtlich von Mitgliedern des Naturerbevereins Vissum gestaltet.

Von Christian Ziems

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