Wehren Arendsee und Zühlen wurden nach Thielbeer zu einer Übung gerufen

Alena (16) erneut vermisst

+
Es war schon dunkel, als die Wehren Arendsee und Zühlen den Einsatzort im Ortsteil Thielbeer erreichten. Ein möglicher Brand war gemeldet worden, und beim Eintreffen stellte sich heraus, dass eine Person vermisst wird. Die Einsatzkräfte zogen alle Register. Atemschutz, Wärmebildkamera und technische Hilfsmittel kamen zum Einsatz.

Thielbeer. Donnerstag, 19.30 Uhr: Die Wehren Arendsee und Zühlen wurden durch die Leitstelle alarmiert. Die Meldung lautete: „Brandmeldeanlage im JuLe-Heim in Thielbeer hat angeschlagen. Es muss mit Personenschaden gerechnet werden.“

Für den Rauch im Gebäude sorgte Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze, der es sich auf der Toilette im Erdgeschoss gemütlich gemacht hatte und die Nebelmaschine in Gang setzte. So realitätsnah wie möglich sollte alles sein. Die Aufgabe für die anrückenden Wehren: Brandbekämpfung und Vermisstensuche.

Das Erdgeschoss war vernebelt, und die 16-jährige Alena Balkow spielte die vermisste Person. Dabei hat sie schon Erfahrung, tat es vor Wochen schon einmal in Zühlen. 14 Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 14 Jahren sowie die vier Erzieher verließen zuvor das Gebäude und trafen sich neben dem Kinderheim auf dem Sammelpunkt. Die Sirenen heulten in Arendsee und Zühlen, in Thielbeer blieb sie stumm. Warum, das soll überprüft werden, kündigte die Wehrleitung an.

In kurzer Zeit waren die Wehren Arendsee und Zühlen vor Ort. Es galt, die Wasserversorgung aufzubauen. Der Angriffstrupp mit Tabea Schumacher und Marco Jacobs machte sich sofort zur Personenrettung bereit. Carlo Fehniger und Robert Franke rüsteten sich als Rettungstrupp und zweiter Angriffstrupp und standen in Bereitschaft. Gegen 19.45 Uhr war Alena Balkow in Sicherheit. Vier starke Männer trugen sie auf einer Trage aus dem Gebäude. Nach der Erstversorgung wurde sie symbolisch dem Rettungsdienst übergeben. Zwischenzeitlich wurde auch die Wärmebildkamera eingesetzt, um den Brandherd sowie Brand- und Glutnester aufzuspüren.

Gegen 20.15 Uhr konnte Einsatzleiter Marek Weiß den Einsatz für beendet erklären. Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze zeigte sich in einer ersten Auswertung zufrieden. Dass an einem Donnerstag 20 Einsatzkräfte zur Verfügung standen, sei positiv. Ronald „Pitt“ Krüger als Chef der JuLe-Häuser meinte, dass „alles relativ gut geklappt hat.“ Alle drei Jahre müssen in den Heimen Übungen abgehalten werden. Die genaue Analyse erfolge in den Dienstberatungen, so Hinze.

Von Maik Bock

Kommentare