Ergebnisse zum Seezustand und zur Sanierung noch nicht vorgelegt

Warten auf die Lösung: Doch wo sind die Algen?

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Der Arendsee als Forschungsobjekt. In Versuchen ist bereits die chemische Ausfällung des Phosphors praktiziert worden. Doch wie es im großen Maßstab funktioniert, das weiß niemand. Auch die Auswirkungen auf die Fische sind fraglich.

Arendsee. Mit Spannung werden die Ergebnisse der Arendsee-Untersuchung erwartet. Dabei dürfte besonders spannend sein, wie eine Sanierung des Gewässers erfolgen wird – wenn sie überhaupt noch kommt.

Die Ergebnisse, so hatte es Bürgermeister Norman Klebe angekündigt, sollten während der Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Arendsee (geplant am 22. Oktober) vorgestellt werden. Aber, so hieß es, die Ergebnisse ließen auf sich warten. Dabei waren die Wissenschaftler vor Jahren schon weiter. Der See steht vor dem Umkippen, prognostizierten sie. Und beschrieben ein Drama, bei dem so mancher Urlauber glaubte, umbuchen zu müssen, weil er in einer Kloake baden müsste.

Das alles hat sich relativiert, scheint es. Die Phosphorbelastung wird immer noch als heftig beschrieben, doch die Algenplage, die immer ein Zeichen dafür war, dass Handlungsbedarf besteht, gibt es so nicht mehr. In den vergangenen Jahren hatte es keine Warnung gegeben, weil auch die Algen ausblieben oder sich mehr in Richtung Schrampe verzogen hatten. Gesundet der See allein? Sind die Einspülungen von Nährstoffen nicht so groß, wie bislang behauptet? Auch die Gänse koten nicht mehr in dem Maße in den See, wie sie es zu Wendezeiten getan haben.

Es gab bereits Überlegungen, wo die chemische Substanz, das Aluminiumchlorid, mit dem der Phosphor im See gebunden werden sollte, gelagert wird. Die Ausfällung des Phosphors war das Nonplus-Ultra. Ist es noch so – oder gibt es andere Überlegungen? Die Arendseer dürften auf die Ergebnisse gespannt sein. Doch sie müssen warten.

Der Arendsee gilt als Patient. Aber dabei ist er in guter Gesellschaft mit den Seen in der näheren und weiteren Region. Beispiel Gartower See.

Dort wird aktuell vom Rückschlag für den Tourismus gesprochen. Weil der niedersächsische Landesbetrieb einen Förderantrag der Gemeinde abgelehnt hat, Ultraschalltechnik gegen Blaualgen im Gartower See einzusetzen. Kuriose Lösungen machten weiter die Runde: So wurde angeregt, eine Tauchwand mit 50 Meter Radius zu errichten. Nach Angaben der Elbe-Jeetzel-Zeitung hatte der Samtgemeindebürgermeister Christian Järnecke erklärt, das „sei einfach sowas von daneben.“

Interessant: Eine Bekämpfung mit Ultraschall-Technik war in Niedersachsen in einem Pilotprojekt gelungen, in Arendsee aber nie Thema. Zaghafte Versuche, die Tiefenwasserentwässerung zu reaktivieren oder auch das Wasser zu belüften, wurden abgelehnt. Chemie sollte es sein.

Von Harry Güssefeld

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