Tourismusverein diskutiert über Arendseer Entwicklungschancen

Vorschlag in Arendsee: Kurtaxe für die gesamte Gemeinde

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Die Altmark-Classic beginnt am 30. Juli in Arendsee und führt dann in den Landkreis Stendal. Der Tourismusverein wirbt mit der Veranstaltung für die Region.

Arendsee. Gebhard Wolf bleibt Vorsitzender des Arendseer Tourismusvereins. Er wurde am Donnerstagabend genauso wie Burghard Bannier (Stellvertreter), Michael Meyer (Schriftführer), Regine Hofemann (Kassiererin) und Marko Wolf (Beisitzer) wiedergewählt.

Während die Wahl zügig verlief, gab es zu anderen Themen mehr Redebedarf. Die Ehrenamtlichen brachten sich in die derzeit laufende Diskussion um die Kurtaxe ein.

Kurtaxe für alle

Hintergrund: Eine neue Satzung soll das genaue Gebiet festlegen und außerdem sind stärkere Kontrollen geplant (AZ berichtete). Burghard Bannier kritisierte Unternehmer, die diese Einnahmemöglichkeit nicht konsequent ausschöpfen. „Sicherlich ist der Aufwand etwas nervig. Aber wir machen das doch für den Tourismus in Arendsee“, so der Hotelier. Er ging auch darauf ein, dass sich möglicherweise Touristen ärgern, wenn sie bezahlen müssen: „Von 50 fragt höchstens einer, warum er Geld geben soll.“ In diesen Fällen argumentiert er, dass zum Beispiel der Seeweg erhalten werden muss. Gebhard Wolf ist der Meinung: Die Kurtaxe sollte für die gesamte Kommune gelten. „Es heißt doch schließlich Einheitsgemeinde. Die Ortsteile profitieren schließlich auch von Angeboten im Luftkurort“, machte der Klädener deutlich. Er könnte sich vorstellen, dass es bei der Höhe mehrere Varianten gibt: „In Höwisch könnten zum Beispiel auch nur 50 Cent erhoben werden.“

Kurkonzerte

Einige Ideen, wie zusätzliche Einnahmen verwendet werden könnten, wurden am Donnerstag bereits entwickelt. Dazu gehört regelmäßige Sonntagsmusik auf der Strandmuschel. „So etwas machen andere Kurorte auch“, erklärte Michael Meyer.

Während der Mitgliederversammlung im Flair-Hotel „Deutsches Haus“ wurde grundsätzlich deutlich, dass sich die Touristiker mehr Interesse seitens der Arendseer Kommunalpolitiker für Tourismusthemen wünschen. „Es macht mich traurig, wenn ich sehe, welch hohen Stellenwert der Tourismus zum Vergleich in Seehausen und Osterburg hat“, formulierte es Burghard Bannier. Die Ehrenamtlichen wollen versuchen, sich auf dieser Ebene künftig mehr einzubringen. Dazu könnten Stadtratssitzungen genutzt werden. „Ich denke, wir werden dort Gehör bekommen“, ist Michael Meyer überzeugt.

Ein Punkt, der von Urlaubern an die Unternehmer immer wieder herangetragen wird, sind Spielplätze. Größtes Manko dabei: Die Standorte und der Weg dorthin sind nicht immer bekannt. Dies betrifft insbesondere Spielangebote in den Ortsteilen. Außerdem wünschen sich die Ehrenamtlichen, dass mehr als bisher versucht wird, die Attraktivität der Plätze zu halten sowie möglichst zu erhöhen.

Klimagutachten

Nicht ausgeschöpftes Potenzial gibt es in Sachen Status Luftkurort. Grundlage dafür ist ein Klimagutachten. Dieses liegt der Verwaltung vor. Unternehmer, die mit den darin vermerkten Fakten für die Region werben könnten, wissen von den Details aber gar nichts. Interessierte Urlauber müssen aber, wenn sie wissen wollen, warum Arendsee eigentlich Luftkurort ist, dies mehr oder weniger auf eigene Faust herausfinden.

Ideen gefragt

Einige Mitglieder des Vereins wollen, dass der Tourismusverein mehr Ideen umsetzt. Gebhard Wolf verwies auf viele Projekte, die in den vergangenen Jahrzehnten umgesetzt wurden. Diese sind alle abgegeben worden, da die Leistungsfähigkeit der Ehrenamtlichen begrenzt sei. Dazu gehört zum Beispiel das Wrack im See. Etwa einmal pro Woche kommen Taucher, die dieses sehen wollen. „Ehrlich gesagt, mangelt es mir derzeit an Ideen. Aber wer welche hat, kann sich melden“, so der Vorsitzende. Er hat unterdessen alle Hände mit dem Organisieren der Altmark-Classic zu tun. Los geht es am Sonnabend, 30. Juli, um 9 Uhr auf dem Marktplatz. Dort werden die Fahrzeuge vorgestellt. Die Tour führt dann in den Landkreis Stendal, Pause wird im Blaulichtmuseum gemacht. Gebhard Wolf unterstrich, dass mit der Veranstaltung Werbung für die Altmark gemacht wird. Die alljährlich rund 160 Teilnehmer kommen mit 100 Autos aus mehreren Bundesländern, um die Region zu erkunden.

Von Christian Ziems

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