Einstimmig: Gemeindekirchenräte aus den Bereichen Arendsee und Neulingen sagen Ja zu Pfarrer Martin Goebel

Vorgestellt, befragt – und angenommen: Pfarrer Martin Goebel

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Während des Gottesdienstes gestern in der Johanniskirche. Pfarrer Martin Goebel (r.) im Gespräch mit Superintendent Michael Kleemann. Die Wolken hatten sich inzwischen verzogen, die Sonne blinzelte. Als wollte sie zeigen, dass Arendsee den neuen Pfarrer möchte.

Arendsee. Wenn jemand Pfarrer in einer neuen Gemeinde werden möchte, dann muss er sich im Rahmen eines Gottesdienstes vorstellen und dem Votum des Gemeindekirchenrates stellen: Das alles absolvierte gestern Pfarrer Martin Goebel mit Bravour.

In der Johanniskirche wurde er von Superintendent Michael Kleemann und rund 150 Zuhörern begrüßt. Die Predigt durfte der bis dahin noch Bewerber halten. Inhalt: Die Bedeutung des Lichts im Glauben. Und die Menschen hörten dem noch Fremden zu.

Martin Goebel, 1962 geboren und im Westen aufgewachsen, war zuletzt 27 Jahre im Hannoverschen tätig. In der reformierten evangelischen Kirche. Er studierte einst in Göttingen, machte sein erstes Examen in Leer in Friesland. Und hatte nach den Jahren der weiten Wege zwischen dem Zuhause und seiner Dienststelle nun endgültig Lust, gemeinsam mit seiner Frau einen Neubeginn zu wagen. Warum Arendsee? „Es war auch die Tatsache, dass es ein Gebiet ist, in dem nicht alle so aufeinander sitzen, ich liebe diese verstreute Gemeinde und die Zusammenarbeit“, sagte Martin Goebel. Er sei interessiert an Umweltfragen und widmete sich in der Vergangenheit auch der Jugendarbeit. Seine Ehefrau Andrea und er bezeichnen sich und ihre sechs Kinder, die schon lange aus dem Haus sind, als Patchworkfamilie. Vier Kinder gehörten ihr, zwei ihrem Mann, erfuhr die AZ. Ja, wenn man einen neuen Pfarrer in die Gemeinde holen möchte, will man auch alles wissen. So seien die Altmärker, erfuhr das nun neue Ehepaar. Das im Begegnungszentrum leben wird. Nach zwei Jahren der Vakanz sei nun Licht am Tunnel, so der Gemeindekirchenrat Hagen Schünke aus Kläden. Er ließ schon am Mittag bei Gulasch und Schnittchen im Gemeindehaus keinen Zweifel daran, dass er für den neuen Pfarrer stimmen wolle.

Ab wann Martin Geobel seinen Dienst in den Pfarrbereichen Arendsee und Neulingen aufnimmt, wollten die Besucher wissen. Superintendent Kleemann hofft, dass es im Oktober / November so weit sei. „Ich hoffe, er kann seine Predigt am Heiligen Abend in der Klosterkirche halten“, so Kleemann. Aber man müsse dem Mann aus Hannover auch Zeit lassen, seine Zelte im Wirkungsbereich abbauen zu können.

Pfarrer Goebel war einst in der Grafschaft Bentheim aufgewachsen. Geprägt von Natur und Landleben. Und dorthin wollte er wieder, aufs Land. „Manchmal glaube ich, die beiden Landschaften sind sich sehr ähnlich“, sagte der Geistliche. „Nun danket alle Gott“, sangen die Zuhörer in der Johanniskirche zum Abschluss. Danke vielleicht auch dafür, dass die Stelle nun wieder besetzt ist. Nach zahlreichem starken Seegang in der Vergangenheit dürften sich die Wogen wieder glätten. „Es ist gut, dass die bisherigen Vakanzpfarrer hier waren und uns durch diese nicht einfache Zeit begleitet haben“, machte Hagen Schünke deutlich. Und dankte so auch Margaret Lipschütz, die aktuell weiter dafür sorgt, dass Arendsee pfarrertechnisch versorgt ist.

Von Harry Güssefeld

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