Fleetmarks Rat fordert Schallschutz / Anwohner bestätigt Lärmbelästigung

„Vor allem Güterzüge sind das Problem“

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Gestern gegen 10.45 Uhr machte dieser Güterzug im Bereich Fleetmark auf sich aufmerksam. Diese Züge sind im Gegensatz zu Personenzügen nicht zu überhören, so der Ortschaftsrat. Von der Bahn werden Schallschutzmaßnahmen gefordert.

Fleetmark. Der einstige Fleetmarker Stadtrat Carsten Holz hatte schon vor zwei Jahren gefordert, das sich die Verwaltung in Arendsee über Möglichkeiten des Schallschutzes an der Bahnlinie in Fleetmark informiert.

Während der jüngsten Ratssitzung in Fleetmark machte Ortsbürgermeister Klaus Ahlfeld erneut die Forderung auf. „Wir müssen angesichts der Pläne der Deutschen Bahn reagieren und unsere Forderungen deutlich machen“, so Ahlfeld.

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Vor allem die Güterzüge seien es, die vor allem Nachts die Nerven der Bewohner strapazieren. Und wenn die Strecke Stendal-Salzwedel dann vollständig zweigleisig ausgebaut wird, bekommt diese Bahnlinie eine ganz andere Bedeutung. Immer mehr Züge werden dann auf die Reise geschickt. Bis zu 200 hieß es vor zwei Jahren von der Bahn sollen es in 24 Stunden sein. Kaum zu glauben, was das dann für die Bewohner, aber letztlich auch die Kraftfahrer bedeutet, die die Bahnübergänge passieren müssen. Staus sind vorprogrammiert. Derzeit kommen die Züge im Zehn-Minuten-Takt, meint Ahlfeld.

Ortschaftsrat Hans Herbert Bülow sieht das Problem ähnlich, weiß aber nicht, welche Geräusche ihn mehr stören: die der Windkraftanlagen oder die der Bahn. Für Ahlfeld aber ist die Ortschaft Fleetmark besonders betroffen. Dort stehe die Bebauung dicht an der Bahnlinie, was die Sache problematisch erscheinen lässt. Denkbar wären hier Schallschutzwände. Doch Für Ortschaftsrat Bülow stellt sich dabei die Frage, ob „das schön aussehe“ – er denke, dass die Bewohner, die beim Blick aus dem Fenster auf die Wände schauen müssen, auch nicht gerade glücklich sind.

Dass es mit der Zweigleisigkeit ernst gemeint ist, zeigen die derzeitigen Bauarbeiten zwischen Brunau-Packebusch und Hohenwulsch. Dort wird Baufreiheit für das zweite Gleis geschaffen. „Die Bahn kann sich nicht aus der Affäre ziehen, wir brauchen den Kontakt und die Aussage zu der tatsächlichen Zahl der Züge“, hieß es im Rat.

Es könne nicht sein, so Ahlfeld, dass die Bürger das Gefühl haben, „die Züge würden durchs Schlafzimmer fahren“.

Die entsprechenden Ausschüsse im Arendseer Rat sollten sich mit dem Problem befassen, hieß es in einer Festlegung während der Ratssitzung.

Im benachbarten Pretzier gibt es inzwischen eine Bürgerinitiative „Amerikalinie“ – diese fordert ebenfalls Schallschutz für die Ortschaft Pretzier.

Die Altmark-Zeitung traf gestern am Fleetmarker Bahnhof Wolfgang Michaelis, der mit seiner Familie nahe der Bahnlinie wohnt. „Wenn man im Sommer draußen sitzt, dann ist das schon manchmal unangenehm“, sagte er. Nicht die Regionalbahn, sondern die klappernden Güterzüge, die manchmal bis zu 60 Wagen haben, werden besonders wahrgenommen“, so der Fleetmarker.

Von Harry Güssefeld

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