Vor 25 Jahren: Am 3. Oktober 1991 wurde das Fahrgastschiff in Dienst gestellt

Taufe auf den Namen „Queen Arendsee“

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Vor dem großen Moment: Annelie Röhl hat die Flasche schon in der Hand. Wenige Sekunden später zerschellte sie am neuen Schiff. Die Taufe war vollzogen. Mit der „Queen Arendsee“ begann eine neue Ära der Fahrgastschifffahrt auf dem See. 

Arendsee. Ein neues Schiff, eine „Queen“ für Arendsee gab es am 3. Oktober 1991 für die Seestadt. Die Menschen strömten an die Stelle, an der das Schiff getauft werden sollte.

Annelie Röhl aus Schrampe ließ die Flasche Schampus am Rumpf der „Queen“ zerschellen – und so trug das Fahrgastschiff im Stile eines Mississippi-Dampfers nun den Namen „Queen Arendsee“ – später oft nur als „Queen“ bezeichnet.

Viele Arendseer wollten dabei sein und das neue Fahrgastschiff bewundern. Der Männerchor (mitten in der Menge) sang.

Die Königliche war es dann aber, die bis zum heutigen Tag Fahrgäste beförderte – und es weiter tun wird. Die Anschaffung der „Queen“, die rund 1,2 Millionen DM kostete, war eine „Investition in die Zukunft“, wie der damalige Stadtdirektor Hans-Jürgen Graumann betonte. Er hatte zweifelsfrei einen großen Anteil daran, dass die „Queen“ nach Arendsee kam. Gebaut wurde sie auf der Werft in Aken. Rund 120 Personen finden auf ihr Platz, das Schiff verfügt über ein Restaurant, eine Tanzbar und einen Verkaufskiosk – bei größeren Veranstaltungen.

Damals ehrenamtlicher Bürgermeister: Dr. Joachim Symanowski. Neben ihm Stadtdirektor Hans-Jürgen Graumann.

Seit 25 Jahren dreht die Königliche ihre Runden auf dem See. Auch wenn immer wieder Kritik daran geübt wurde, dass der Dieselmotor viel zu schwach sei – sie fährt, und fährt, und fährt. Bis auf die Zeit, wo sie mal Luft holen muss. 2011 bekam sie einen völlig neuen Motor, immer wieder gibt es auch Probleme mit der Elektrik. Mit der „Queen Arendsee“ steht und fällt der Seetourismus. Das wissen die Verantwortlichen und sind sich im Klaren, dass viel Geld in die Sanierung gesteckt werden muss. Von rund 50 000 Euro ist die Rede.

Das Schiff konnte nach der offiziellen Taufe besichtigt werden. Und es wurde rege genutzt.

Doch damals, am 3. Oktober 1991, war die Freude groß. Und sie macht heute noch Freude. Nicht zuletzt auch bei den Hochzeiten, die auf dem Schiff möglich sind. Die Kapitäne der „Queen“ fahren zu den Trauungen bis zur Seemitte und lassen nach dem Ja-Wort das Horn ertönen.

Das Schiff ist nun 25 Jahre auf dem Wasser. Nur im Winter wird sie ins Trockendock geholt.

Von Harry Güssefeld

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