Erinnerung an den Heimatdichter und -maler wird nicht mit Leben erfüllt

Stein des Anstoßes: Pflegefall Gentsch-Grab

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Der Grabstein steht neben dem Sockel. Von der Ruhestätte des großen Arendseers geht eine Unfallgefahr aus, heißt es.

Arendsee. Nicht nur Gustaf Nagel aus Arendsee ist ein Sohn der Stadt. Auch an den Heimatdichter und Maler Fritz Gentsch wird auf dem Friedhof mit einer Tafel erinnert. Doch das Grab nur zwei Meter daneben ist in einem desolaten Zustand.

Der Grabstein steht neben dem Sockel, und ist mit einem Aufkleber versehen, dass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

Um Gentsch hatte sich in der Vergangenheit unter anderem der Freundeskreis des Heimatmuseums gekümmert. Auch in einschlägigen Broschüren der Stadt und im Internet wird Gentsch als bedeutender Künstler bezeichnet, der Arendsee in der weiten Region bekannt gemacht hat.

Fritz Gentsch war 1866 in Arendsee geboren worden. Nach seiner Schulzeit begann er 1880 eine Lehre als Maler und bereits 1895 gründete er seine eigene Firma, ein Atelier für gestickte und gemalte Vereinsfahnen und Banner. Das eigene Malergeschäft gründete er 1910 nach seiner Meisterprüfung. Seine Frau führte ein kleines Geschäft für Malerbedarf in ihrem Wohnhaus in der Friedensstraße.

Etwa 1926 begann Fritz Gentsch als Autodidakt Bilder zu malen, beliebtes Motiv war der Arendsee.

Ebenso das Titelbild und mehrere Zeichnungen in Gustav Nagels „morgengrus“ stammen von ihm. Aber auch das Vereinsleben der Stadt wurde von Fritz Gentsch durch verschiedene Aktivitäten belebt. Für den Männerchor schrieb er das erste Arendseer Heimatlied, ebenso verfasste er Texte und Lieder für den Schützenverein. Maßgebend gestaltete er 1931 den Festumzug zum Heimatfest. 1931 eröffnete das erste Heimatmuseum im oberen Kreuzgang des Klosters durch das ständige Bemühen und Wirken von Fritz Gentsch seine Pforten. Von 1930 bis 1940 wirkte Fritz Gentsch zudem als Stadtrat und Mitglied des Kirchenvorstandes. Er starb 1946 im Alter von 80 Jahren. „Sein kulturelles und künstlerisches Werk lebt in Arendsee weiter“, heißt es im Internet.

Im kommenden Jahr wäre Fritz Gentsch 150 Jahre alt geworden. Seitens der Stadt sind keine Aktivitäten geplant.

Von Harry Güssefeld

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