Fördermittelgeber fordert Stellungnahme / Stadt muss jetzt reagieren

Steg: Investitionsbank will Fakten sehen

+
Der einstige Brückenkopf schlug mehrmals leck und wurde am anderen Ende der Badestelle „Schramper Eck“ vertäut. Obwohl das Problem mit der Steganlage seit Jahren bekannt ist, gibt es bislang keine Erklärung der Stadt, wie es weitergeht.

Arendsee. Die Steganlage am „Schramper Eck“, die einst mit Fördergeldern entstand, ist weiterhin unvollständig. Die Seitenteile wurden abgebaut und eingelagert, weil sie den Wellen nicht standhielten (AZ berichtete).

Doch die Frage, wie es mit der Konstruktion weitergeht und ob sie irgendwann wieder, wie einst angedacht, vollständig von der Öffentlichkeit genutzt werden kann, ließ die Stadt als Eigentümer bisher unbeantwortet. Verwaltung und Kommunalpolitik müssen sich aber nun mit dem Thema auseinandersetzen. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt hat das Thema aufgegriffen.

Diese Institution bewilligte einst die Fördermittel. Ines Gerasch vom Bereich Kommunikation informierte die AZ darüber, dass die Investitionsbank die Gemeinde zu einer Stellungnahme auffordern wird. Ziel ist es, für Aufklärung zu sorgen. Die Investitionsbank wird prüfen, ob die Gesetze eingehalten wurden. „Die Zweckbindung beginnt mit dem Abschluss des Vorhabens und dauert 15 Jahre“, heißt es in einer E-Mail. Dies bedeutet: In dieser Zeit müsste die Konstruktion so genutzt werden, wie sie einst bewilligt worden ist. Für die Schramper Anlage gilt die Bindung übrigens bis 2019.

Die Kommune bekommt nun Zeit, zum aktuellen Fall Stellung zu nehmen. Und zwar genau 14 Tage. Die Investitionsbank will innerhalb von zwei Wochen Antworten. Dann soll entschieden werden, ob die Bank weitere Schritte einleitet.

Der jetzige Zustand sorgt bei Passanten immer wieder für Verwunderung. Denn nur etwa die Hälfte der Anlage ist tatsächlich nutzbar. Der Brückenkopf schlug mehrmals leck und wurde am Ufer vertäut. Die Seitenteile lösten sich immer wieder und wurden auf einem Privatgelände eingelagert. Mit im Boot sitzt auch der Regattaverein als Betreiber. Die Stadt hat, wie bei Anlagen, die auch sportlich genutzt werden können, inzwischen üblich, damit einen Teil der Verantwortung abgegeben. Doch Arendsee ist weiter als Eigentümer in der Pflicht. Stefan Seifert, Vorsitzender des Regattavereins, hatte sich bereits gegenüber der AZ zu dem Thema geäußert. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Konstruktion den Wellen nicht immer gewachsen ist, so Seifert. Eine Lösung, wie sich dies ändern lässt, haben aber auch die Ehrenamtlichen derzeit nicht.

Von Christian Ziems

Kommentare