Klädener Karnevalsclub geht in die 64. Session / Die Narren sind bereit

Die Spannung steigt: In vier Wochen gehts los

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Stolz sind die Klädener Karnevalisten auf den Nachwuchs, der bereit ist, in die Fußstapfen der Alten zu treten. Soll der Karneval weit über die 64 Jahre hinaus bestehen, ist genau das wichtig. „Kläden und Kraatz, Imi-Ata“ ist mehr als ein Schlachtruf.

Kläden / Kraatz. Seit März war es still geworden um den Klädener Karnevalsclub (KKC). Die etwas andere Frauentagsparty ließ die Session endgültig ausklingen. Dann die Sommerpause. Doch es rührt sich etwas in Kläden und Kraatz.

Noch genau 30 Tage, und dann beginnt die närrische Zeit. Ob man will oder nicht. 

 Für die Klädener gibt es kein „Vielleicht“ oder „mal sehen“, die Uhr läuft ab. Bis zum 11. 11 sind es nur noch rund 700 Stunden. Dann wollen sich die Elferratsmitglieder bei Hoffmann treffen, in der Karnevalshochburg Kläden wird eine Zeit eingeläutet, die wichtiger ist als Diskussionen um Politik und Zeitgeschehen. Es dreht sich alles um Traditionelles, um den Weiterbestand des Karnevals, den Eltern und Großeltern praktiziert und gelebt haben. Aus der Idee, einmal anders zu sein als man soll, entstand auch unter Einwirkung von Alkohol die Idee, sich nicht zur Karnevalszeit vor die Glotze zu setzen und den Kölnern beim Feiern zuzusehen, sondern es allein zu probieren. Man hat versucht, und es war ein erfolgreicher Weg bis heute. War es zu DDR-Zeiten oft der Staat, der bis auf den Saal schnüffelte und eigentlich nichts ändern konnte, sind die Probleme heute andere. Die Menschen sind verstreuter, man lebt nicht mehr von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang im Dorf und hat genügend Zeit, sich dem Wichtigsten in dieser Zeit, dem Karneval, zu widmen. Umso erstaunlicher ist es, dass alles noch funktioniert. Es ist der innerliche Antrieb, der von den Karnevalisten beschrieben wird. Man will es den einstigen Vollblut-Karnevalisten, die bereits im Himmel sind, nicht erklären müssen, dass es nicht mehr funktioniert. Noch-Ortsbürgermeister Christian Streiter hatte sich in einem Interview mit der AZ darüber glücklich gezeigt, dass der Karnevalsverein Alt und Jung vereint und das Dorf zusammenhält. Christian Streiter ist auch Chef des KKC. Auch ihm ist es zu verdanken, dass Ideen von einst nicht mit neuen Ideen kollidieren. An Bewährtem festhalten, ohne altbacken zu sein – schwierig genug.

Die Karnevalisten in Kläden treffen sich Freitag, 28. Oktober, ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Es geht um die Vorbereitung der neuen Session. Worum sonst, in dieser Zeit in Kläden und Kraatz.

Von Harry Güssefeld

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