Wracktauchen seit 2006 möglich / Tourismusverein mit Resonanz zufrieden

Sehenswürdigkeit unter Wasser wird zehn Jahre alt

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Das Wrack aus DDR-Zeiten wurden vor zehn Jahren im See nahe der Stadtseite versenkt. Dabei halfen unter anderem das Technische Hilfswerk Salzwedel und einheimische Taucher.

Arendsee. „Wir würden es auf jeden Fall wieder machen“, blickt Gebhard Wolf, Vorsitzender des Arendseer Tourismusvereins auf 2006 zurück. Damals wurde ein altes Patroullienboot aus DDR-Zeiten im See versenkt. Es dient seitdem als Ausflugsziel speziell für Taucher.

„Werbemäßig bringt es Arendsee einiges. Wir konnten damit auch ein neues Besucherklientel erschließen“, schätzt Gebhard Wolf ein. Bevor das Projekt vor zehn Jahren mit Hilfe von Fördermitteln aus dem europäischen Programm Leader begonnen wurde, gab es in Arendsee auch kritische Worte. So war davon die Rede, dass doch kein Schrott versenkt werden könne. „Das Boot ist inzwischen auch ein Domizil für Fische geworden“, hält der Chef des Tourismusvereins dagegen. Auch von der Sicherheit her, gebe es keine Bedenken. „Das Wrack liegt genau dort, wo es vor zehn Jahren platziert wurde“, so der Klädener. Vorher musste es für den speziellen Touristeneinsatz vorbereitet werden. Die sandgestrahlte Hülle wurde versenkt. Regelmäßige Arbeiten sind nicht nötig. Über das Internet oder Schautafeln können die genauen Koordinaten für den Ausflug zum Seegrund erfahren werden.

Zudem fungiert das Flair-Hotel Deutsches Haus und die Touristinfo als Ansprechpartner. „Eine Tauchschule war allein in dieser Woche drei mal vor Ort“, freute sich Burkhard Bannier. Das Wrack wird regelmäßig angesteuert. „Ein Vorteil ist, dass dort sicher in den See getaucht werden kann. Das ist ja nicht an allen Stellen so“, hob der Hotelier gestern hervor.

Das einstige Boot befindet sich auf der Stadtseite zwischen Gustav-Nagel-Areal und Klosterbereich. Es liegt in 16 Meter Tiefe auf dem Grund. Es ist zwölf Meter lang und 3,5 Meter breit. Beim Versenken am 7. Oktober 2006 gab es ein kleines Volksfest. Seitdem ist diese ungewöhnliche Attraktion auf Internetseiten für Taucher immer wieder präsent. Dort gibt es auch genaue Beschreibungen: „Außer dem Rumpf sind noch das Steuerrad auf dem Dach der Kajüte, Suchscheinwerfer, Begrenzungsleuchten, Teile der Kardanwelle, Rahmen der Heck-Außenbordplattform, Flutventile zur zur Versenkung und Bugreling vorhanden. Die Schraube und das Ruderblatt fehlen“ (www.poseidon-dive-sports.de).

Von Christian Ziems

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