Einstiges Prestigeobjekt in Mechau kam nie richtig zum Zuge / Vergleich mit dem Planungsbüro

Schneller Tod eines Kraftwerks

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Das Kraftwerk am Flötgraben in Mechau wurde 2003 eingeweiht und galt als Prototyp. Strom wurde nur minimal erzeugt. Die Anlage zerfiel sehr schnell.

Arendsee / Mechau. Es war das Prestigeprojekt für die damalige selbständige Gemeinde Mechau: das kleine Wasserkraftwerk am Flötgraben. Strom sollte mittels Wasserkraft erzeugt und im Dorf genutzt werden. Das ist lange her.

Das Projekt starb ziemlich schnell, auch deshalb, weil die Gemeinde Mechau das Planungsbüro verklagte.

Hartmut Baier, damals wie heute noch erster Mann im Ort, erinnerte sich gestern: Die Staumauer war so großzügig geplant und ausgebaut, die Fischtreppe daneben unmittelbar wurde dagegen unterspült und sackte ab. Das war der Anfang vom Ende. Jahrelang prozessierte die Gemeinde Mechau gegen das Planungsbüro aus Salzwedel, später stieg die Stadt Arendsee als Kläger ein.

Inzwischen gab es einen Vergleich. Zum Ergebnis gibt es unterschiedliche Aussagen: Während aus dem Bauamt verlautet, die Stadt habe aus dem Streit keinen Nutzen, sondern nur Verluste gezogen, flossen nach Recherchen der AZ rund 30 000 Euro in die Stadtkasse. Das wurde im Verwaltungsamt nicht bestätigt. Ortsbürgermeister Hartmut Baier dazu: „Wenn Geld geflossen ist, dann werden wir im Ortschaftsrat dafür plädieren, dass die Anlage rückgebaut wird. Sie ist nicht mehr zu retten, und Geld wäre dann ja da“, so Baier auf Nachfrage der AZ. Und weiter: „Der Unterhaltungsverband sollte mal mit ins Boot geholt werden, erinnere ich mich“, sagte Baier. Fördermittel sollten beantragt und die Anlage von eben diesem Unterhaltungsverband abgerissen werden. Dazu kam es aber ebenso wenig wie zu einem Weiterbetrieb des kleinen Kraftwerkes durch einen neuen Investor.

Die Turbine funktioniert auch schon lange nicht mehr. Teile des Stromerzeugers wurden zur Reparatur nach Österreich geschickt. Zurück kam nichts mehr, weil Arendsee schließlich darauf verzichtete, hieß es im Bauamt.

Von Harry Güssefeld

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